Panorama

Tief rauscht heran "'Xavier' bringt ein schweres Sturmereignis"

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Neben heftigen Sturmböen kommt es auch zu starken Regenfällen.

(Foto: dpa)

Schon wieder rast ein Herbststurm auf Deutschland zu - mit Böen von bis zu 150 Stundenkilometern. Gerade in den Wäldern könnte die Lage extrem gefährlich bis lebensbedrohlich sein, warnt n-tv-Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Es ist gerade mal der 5. Oktober und schon rauscht der zweite Herbststurm des Jahres heran. Wie schlimm wird es?

Björn Alexander: Tief "Xavier" erreicht uns in etwa ab der Mittagszeit und bringt in den betroffenen Gebieten ein kurzes, aber schweres Sturmereignis. Vereinzelt kann "Xavier" sogar an Orkan "Kyrill" im Jahr 2007 heranreichen. In Spitzen sind 90 bis 130 Stundenkilometer möglich. Selbst Böen bis 140 Stundenkilometer sind im Flach- und Binnenland nicht auszuschließen. Außer Konkurrenz läuft der Brocken mit Spitzen bis zu 150 Stundenkilometer.

Wo wird es am heftigsten?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

n-tv-Meteorologe Björn Alexander warnt vor schweren Sturmböen.

Das Hauptsturmfeld verlagert sich von der Nordsee her nach Niedersachsen und das südliche Schleswig-Holstein. So werden Bremen/Bremerhaven und der Hamburger Raum bis nach Hannover zwischen 12 und 14 Uhr betroffen sein. Anschließend zieht das Sturmfeld von Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt und weiter ins nördliche Thüringen, Berlin/Brandenburg und nach Sachsen.

Wann wird das passieren?

In Sachsen-Anhalt bis in den Raum Leipzig wird es von 14 bis 17 Uhr gefährlich. Von Berlin/Brandenburg bis Dresden, Görlitz und Frankfurt an der Oder stürmt es am schlimmsten zwischen 17 und 20 Uhr. Danach zieht der Sturm rasch nach Polen und Tschechien weiter, und bei uns wird es ruhiger.

Was passiert im übrigen Land?

Nördlich des Tiefs, das heißt in weiten Teilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, dürfte es Spitzenböen von 70 bis 100 Stundenkilometer geben. Außerdem regnet es an der Nordseite des Tiefs heftig. Dort dürften zwischen 30 und 50, lokal bis 65 Liter Regen pro Quadratmeter zusammenkommen. Zum Vergleich: In Kiel sind 67 Liter für den ganzen Monat Oktober normal. Südlich des Hauptsturmfeldes von Nordrhein-Westfalen über Hessen bis Franken und südlich davon liegen die Böen oft bei 60 bis 80 Stundenkilometer

Wie ungewöhnlich ist es, dass wir Anfang Oktober bereits den zweiten Herbststurm erwarten?

Im Vergleich zu den letzten Jahren ist es tatsächlich ein sehr früher Start in die Sturmsaison. Besonders problematisch ist das natürlich in den Wäldern. Denn die Bäume sind jetzt noch stark belaubt. Damit hat der Sturm sehr viel Angriffsfläche, und das erhöht die Gefahr von Windbruch. Das ist extrem gefährlich bis lebensbedrohlich, weil das Abbrechen von Ästen und das Umknicken von Bäumen eben ein nicht kalkulierbares Risiko darstellen. Auch in bebauten Bereichen drohen Gefahren, wie das Umstürzen von Gerüsten oder das Herabfallen von Ziegeln oder Blumenkästen.

Wie geht es in den nächsten Tagen weiter?

Am Freitag gibt es zwischen weiteren Schauern und örtlichen Graupelgewittern ab und zu mal etwas Sonne. Nur in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wird es nachmittags immer sonniger und trocken. Die Temperaturen erreichen zehn bis 15, im Bergland um die acht Grad. Und damit liegt die Schneefallgrenze bei rund 1200 Metern. Der Wind weht weniger stark, ist aber nach wie vor kräftig mit stürmischen Böen.

Und was bringt das Wochenende?

Das verläuft leider vielfach grau und teilweise nass. Auch die Temperaturen sind tief herbstlich bei maximal acht bis 15 Grad. Ein paar mehr Lichtblicke sind am Samstag im äußersten Südwesten und am Sonntag im Norden drin. Dabei lässt der Wind aber glücklicherweise immer weiter nach.

Quelle: ntv.de