Politik

G7-Staaten in der Pflicht 165 Millionen fehlen für Tschernobyl-Hülle

51959567.jpg

Bislang fehlt weiteres Geld für die neue Hülle rund um den radioaktiv strahlenden Reaktor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für die nächste Sanierung des havarierten Reaktors in Tschernobyl fehlt ein dreistelliger Millionenbetrag. Seit dem GAU von 1986 muss der Reaktor mit einer Hülle umschlossen werden. Der nach dem Unglück errichtete Mantel bröckelt.

Zum Bau der neuen Schützhülle für den zerstörten Atomreaktor in Tschernobyl müssen die Staaten der führenden sieben Industrienationen (G7) noch 165 Millionen Euro aufbringen. 1997 hatten die G7 den Aufbau eines Fonds vereinbart, um einen Sarkophag für Reaktorblock 4 zu finanzieren.

Nach einem Besuch auf der Baustelle in der ukrainischen Schutzzone, zeigte sich Staatssekretär Jochen Flasberth vom Umweltministerium optimistisch, dass die Summe zusammenkommt. "Ich finde, dass dies für den Klub der wirtschaftlich stärksten Nationen der Welt ein aufbringbarer Betrag ist", so Fasberth. Insgesamt fehlen 615 Millionen Euro für den Sarkophag.

"Erbärmliches Zeichen"

Allerdings gibt es bereits eine Zusage der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung über 350 Millionen Euro sowie eine Bürgschaft über 100 Millionen Euro. Auch Russland will sich beteiligen. Sollte die Finanzierung scheitern, wäre dies ein "erbärmliches Zeichen für die internationale Staatengemeinschaft", sagte der Umweltstaatssekretär. Am 29. April ist eine Geberkonferenz in London geplant.

Das Unglück vom 26. April 1986 war die schwerste Katastrophe in der zivilen Nutzung der Atomkraft. Da der damals eilig errichtete Betonmantel brüchig ist, wird zum Schutz vor radioaktiver Strahlung eine riesige Stahlkonstruktion gebaut. Sie soll 108 Meter hoch, 162 Meter lang und 257 Meter breit werden. Die Schutzhülle wäre damit im Vergleich so groß wie der Petersdom.

Die Bundesregierung will rund 18 Millionen Euro zusätzlich für den neuen Sarkophag im zerstörten Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine geben. Für die weitere Sanierung würden 2016 bis 2019 jährlich 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, heißt aus dem Ministerium. Deutschland will die Finanzierung des Sarkophags auch im Rahmen der derzeitigen deutschen G7-Präsidentschaft vorantreiben.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.