Politik

Mehr Messerattacken in Israel 17-Jähriger verletzt vier Menschen

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Polizisten sichern den Tatort der Messerstecherei in Jerusalem.

(Foto: dpa)

Immer wieder kam es in den letzten Tagen zu Messerattacken in Israel und im Westjordanland. Nun wird erstmals ein Jude wegen eines solchen Angriffs verhaftet. Doch es ist nicht der einzige Vorfall innerhalb eines Tages.

Ein jüdischer Mann hat nach Angaben der Polizei in Israel vier Araber mit Messerstichen verletzt. Die Attacke ereignete sich demnach in der südisraelischen Stadt Dimona. Seit Beginn der jüngsten Gewaltwelle in Israel und den besetzten Palästinensergebieten vor acht Tagen ist dies der erste Fall, in dem ein Jude als Messerstecher verdächtigt wird. In Jerusalem, nahe Hebron im Westjordanland sowie in Nordisrael ereigneten sich zudem mittags drei weitere Angriffe mit Stichwaffen durch Palästinenser. Einer der Attentäter wurde erschossen.

Wie die Polizei mitteilte, waren zwei der in Dimona Angegriffenen arabische Israelis. Bei den beiden anderen Opfern handele es sich um palästinensische Bauarbeiter aus dem Westjordanland. Die vier Männer wurden teils mit schwereren Stichwunden in ein Krankenhaus nach Beerscheba gebracht.

Der nach ersten Angaben 17-jährige jüdische Angreifer wurde am Tatort festgenommen. Als Motiv habe der Jugendliche erklärt, für ihn seien "alle Araber Terroristen", berichtete die Polizei. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte diesen Angriff auf Unschuldige "scharf", wie sein Büro mitteilte.

Angreifer erschossen

Gegen Mittag wurde in Jerusalem ein jüdischer Jugendlicher mit einer Stichwaffe leicht verletzt. Die Polizei nahm kurz darauf einen Palästinenser als Tatverdächtigen fest. Dieser Angriff ereignete sich nahe der Hauptverkehrsstraße, die ultraorthodoxe Stadtviertel Jerusalems von arabischen Wohngebieten im besetzten Ostteil trennt und wo sich seit einem Jahr Attentate häufen.

Nahe der jüdischen Siedlung Kirjat Arba am Stadtrand von Hebron verletzte kurz darauf ein Palästinenser einen israelischen Polizisten leicht mit einem Messer. Der Mann sei am Tatort erschossen worden, berichtete ein Polizeisprecher. In Afula, im Norden Israels wurde zugleich eine Frau angeschossen, als sie offenbar mit einer Stichwaffe einen Angriff unternehmen wollte.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern war Mitte September anlässlich des Streits um die Nutzungsrechte auf dem Jerusalemer Tempelberg erneut aufgeflammt. Seit Donnerstag vergangener Woche gab es zahlreiche Anschläge und gewalttätige Proteste mit einer Reihe von Toten auf beiden Seiten.

Israel beschränkte deshalb den Zugang für Muslime zum Tempelberg in Jerusalem. Kein Mann im Alter unter 50 Jahren dürfe zu den Freitagsgebeten auf das Gelände, teilten die Behörden mit. Israels Netanjahu sprach von einer "Welle des Terrors", mit der sein Land konfrontiert sei. Die Sicherheitsbehörden würden mit aller Härte gegen die Täter und ihre Hintermänner vorgehen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP