Politik

Liveticker zu Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt +++ 23:48 Großeinsatz der Polizei in Oberhausen +++

Im Einkaufszentrum Centro in Oberhausen hat es am Donnerstagabend einen mehrstündigen Großeinsatz der Polizei gegeben. "Wir haben deutliche Präsenz gezeigt", sagte ein Polizeisprecher. Bewaffnete Polizisten patrouillierten durch das Einkaufszentrum. Es seien auch zivile Kräfte im Einsatz gewesen. Gründe für die Aktion nannte der Sprecher nicht. In einer Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter verwies die Polizei auf den Anschlag in Berlin: "Im Nachgang zu #Breitscheidplatz in Berlin stellen wir uns zu ihrer Sicherheit um Weihnachtsmärkte und Menschenmengen stark auf."

+++ 22:21 Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist gut besucht +++

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(Foto: dpa)

Seit 11 Uhr war der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wieder für Besucher geöffnet. Die Berlinerinnen und Berliner haben sich von dem Anschlag nicht beeindrucken lassen. Der Markt war gut besucht.

 

+++ 21:16 Bericht: Amri kurz nach Anschlag in Moabit gesichtet +++
Wie der "rbb" berichtet, wurde Anis Amri am 14. und 15. Dezember und kurz nach dem Anschlag in Moabit gesichtet, dem Sender soll ein Observationsvideo vorliegen. Die Aufnahmen zeigen den 24-jährigen Tunesier nur wenige Stunden nach dem Anschlag. Ort der Observation soll eine Moschee in Moabit gewesen sein, die am Donnerstagmorgen von der Polizei durchsucht wurde. Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.  Der Moschee-Verein "Fussilet 33" wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien radikalisiert worden sein.

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+++ 20:37 Polnischer Gottesdienst gedenkt der Opfer +++

Deutsche und Polen haben bei einem sehr gut besuchten Gottesdienst in der St.-Johannes-Basilika der Opfer des Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz gedacht. Unter den zwölf Toten ist auch ein Lastwagenfahrer aus Polen. Der 37-Jährige, der für eine Spedition bei Stettin arbeitete, wurde nach der Bluttat tot in der Fahrerkabine gefunden. Zu dem Gottesdienst kamen schätzungsweise 200 bis 300 Besucher. Die St.-Johannes-Basilika ist eine Anlaufstelle für Polen, die in Berlin leben.

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(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Als Mitglied der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Bundestag nahm auch der CDU-Politiker Karl-Georg Wellmann an dem Gottesdienst teil. Über den Toten sagte er in einer Ansprache: "Er war ein Held." Der Lkw-Fahrer soll nach Erkenntnissen der Polizei noch kurz vor dem Anschlag mit dem Attentäter im Führerhaus gekämpft haben, bis dieser ihn erschoss. So habe er möglicherweise Schlimmeres verhindert. "Deutschland und Polen sind in Trauer vereint", sagte Wellmann. "Wir werden gemeinsam dem Terror standhalten."

+++ 20:13 Innenausschuss berät über Konsequenzen +++
Der neue Innenausschuss des Abgeordnetenhauses tritt bereits an diesem Freitag das erste Mal zu einer kurzfristig anberaumten Sitzung zusammen. Innensenator Andreas Geisel und Polizeipräsident Klaus Kandt wollen die Abgeordneten über die Sicherheitslage in Berlin informieren, teilt das Landesparlament mit. Geisel will demnach auch Vorschläge vorlegen, wie die Sicherheitslage in der Hauptstadt verbessert werden kann. Eigentlich sollten alle neuen Ausschüsse erst im neuen Jahr zusammentreten.

+++ 19:30 "Experte: Systemisches Versagen" der Behörden+++
Der Terrorismusforscher Peter Neumann hat den deutschen Behörden ein "systemisches Versagen" bei der Bekämpfung des Terrorismus vorgeworfen. "Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri war den Behörden bekannt. Man wusste, dass er die Absicht hatte, in Deutschland einen Anschlag durchzuführen und trotzdem haben die Strukturen nicht funktioniert", sagte Neumann vom King's College in London. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Verdächtige sich in die Enge getrieben fühle und zu weiteren Taten bereit sei, sagte Neumann. "Das ist wirklich im Moment keine gute Situation."

Er könne sich vorstellen, dass der Tatverdächtige "gar nicht so weit weg und dass er nach wie vor mit Leuten aus der Szene in Kontakt ist". In Deutschland müssten Personal und Befugnisse, die Kooperation zwischen Landes- und Bundesbehörden und die Zusammenarbeit innerhalb Europas überprüft werden, forderte der Radikalisierungsforscher. Nur dann sei eine umfassende Anti-Terrorismus-Strategie möglich. Stattdessen seien bislang nach jedem Anschlag nur Einzelforderungen aufgestellt worden - etwa Burkaverbot oder aktuell die Fußfessel.

+++ 19:02 "Anis war nie religiös" +++
"Ich kann es gar nicht glauben, dass Anis so etwas gemacht haben soll", sagt Amirs 28-jährige Schwester Najwa. Er habe doch noch am Sonntag angerufen. Einen Tag, bevor er in Berlin einen Lkw in einen Weihnachtsmarkt gesteuert und mindestens zwölf Menschen getötet haben soll.  "Wir können es alle nicht glauben", sagt die Schwester, die mit Kopftuch und im Trainingsanzug in dem kleinen Zimmer sitzt. "Anis war nie religiös. Er hat getrunken, er hat gefeiert, er hat Popmusik gehört." Er sei ein ganz normaler Junge gewesen.

+++ 18:25 Bundesanwaltschaft bestätigt Durchsuchungen +++
Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass der europaweit wegen des Anschlags in Berlin gesuchte Tunesier Anis Amri am Steuer des Tat-Lkw saß. Darauf deuteten Fingerabdrücke unter anderem an der Fahrertür hin, wie Behörden-Sprecherin Frauke Köhler sagte. Den Tag über hätten an verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen und Berlin Durchsuchungen stattgefunden. Außerdem sei ein Reisebus in Heilbronn kontrolliert worden. Festnahmen habe es bislang nicht gegeben.

+++ 18:10 Haftbefehl gegen Anis Amir erwirkt +++
Die Bundesanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier Anis Amri erwirkt. Das teilte eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe mit.

+++ 18:04 Polizeieinsätze bleiben ergebnislos +++
Nach dpa-Information gab es noch weitere Einsätze gegen mögliche Kontaktpersonen Amris in der Hauptstadt. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung stoppte die Polizei auch U-Bahnen auf der Suche nach dem Verdächtigen. Nach Angaben eines dpa-Reporters durchsuchten Spezialkräfte mit Maschinenpistolen auch eine Bahn am U-Bahnhof Mehringdamm. Die Suche blieb ergebnislos.

+++ 17:37 Bericht: Elektrokabel verhindern Schlimmeres +++
Elektrokabel sollen verhindert haben, dass der Sattelschlepper noch weiter über den Weihnachtsmarkt raste. "Bild" und "BZ" berichten, die Kabel der Buden hätten sich um die Achsenaufhängung des Lastwagens gewickelt und den Lkw auf die Budapester Straße abdriften lassen.

+++ 17:11 Britischer Brummifahrer sammelt 50.000 Euro  +++
Ein britischer Lastwagenfahrer hat für die Angehörigen des 37-jährigen polnischen Kollegen Lukasz Urban, der beim Anschlag von Berlin getötet wurde, mehr als 50.000 Euro gesammelt. "Obwohl ich Lukasz nicht kannte, hat die Geschichte mich schockiert und angewidert", erklärte der Trucker Dave Duncan, der seine Sammelaktion über die Crowdfunding-Homepage GoFundMe startete. Erst am Dienstag ins Internet gestellt, kamen mit der Sammlung bis Donnerstag 59.000 Euro (rund 50.000 Pfund) zusammen. Duncans Spendenaufruf endet mit den Worten "RIP (Ruhe in Frieden) Lukasz - von den Truckern in Großbritannien und anderswo". Laut der Website beteiligten sich mindestens 3400 Spender an der Aktion.

+++ 16:46 Einige Schwerverletzte in kritischer Verfassung +++
Die Zahl der Todesopfer hat sich nicht weiter erhöht. Von den zwölf Schwerverletzten in den Berliner Kliniken seien allerdings weiterhin einige in kritischer Verfassung, teilt der Berliner Senat mit. Zwölf Menschen sind beim Anschlag gestorben, 56 wurden verletzt.

+++ 16:35 Müller: "Hass hat in Berlin keinen Platz" +++
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat in seiner Weihnachtsbotschaft den Opfern des Anschlags sein Mitgefühl ausgedrückt. "Der Terroranschlag vom Breitscheidplatz überschattet Feiertage und Jahreswechsel", sagte Müller. "Unsere Gedanken sind als allererstes bei den Opfern und bei ihren Familien, Freunden und Bekannten, die den schrecklichen Verlust verarbeiten müssen."

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(Foto: dpa)

Müller erinnerte zwei Tage vor Heiligabend auch an die teils schwer verletzten Anschlagsopfern, die in den Krankenhäusern um ihr Leben ringen. "Ihre Angehörigen erleben Tage voller Sorge und Angst. Auch sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind." Der Regierungschef unterstrich: "Wir wünschen uns unsere Stadt als menschliche Metropole, in der wir alle miteinander sicher und friedlich zusammenleben. Hass hat in unserem Berlin keinen Platz."

+++ 16:22 Merkel lobt besonnene Reaktion +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die besonnene Reaktion der Bürger auf den Anschlag begrüßt. "Ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die Menschen, die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert", sagte Merkel in Berlin. Theoretisch habe man "schon seit langem gewusst, dass wir auch Zielscheibe des islamistischen Terrorismus sind. Und trotzdem ist dann, wenn ein solcher Fall eintritt, wie dieser terroristische Anschlag auf den Breitscheidplatz, das natürlich noch einmal etwas ganz anderes". Deshalb seien die Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten im Krankenhaus. "Und gerade ihnen schulden wir auch die bestmögliche Arbeit", ergänzte die Kanzlerin. Sie sei zuversichtlich, dass "wir diese Bewährungsprobe" bestehen. Einerseits, "weil wir Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf unserer Seite haben". Anderseits, weil in den letzten Jahren viel für die Sicherheit getan worden sei. Merkel nannte etwa die gemeinsame Terrorabwehr von Bund und Ländern und die Internetüberwachung.

+++ 16:07 De Maizière: Fingerabdrückevon von Amri am Lastwagen +++
Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtmarkt haben Ermittler Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen Anis Amri im Fahrerhaus des Lkw gefunden. Das teilte Innenminister Thomas de Maizière bei einem Besuch des Bundeskriminalamtes in Berlin mit. Der Mann, nach dem europaweit gefahndet wird, sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" wirklich der Attentäter von Berlin. Er bestätigt damit Mendienberichte von "Süddeutsche Zeitung", "WDR" und "NDR".

+++ 15:52 Berliner wollen Opfer mit Konzert am Brandenburger Tor gedenken +++
Berliner Künstler und Politiker wollen am Freitag mit einem Konzert am Brandenburger Tor der Opfer des Anschlags gedenken. Unter dem Motto "Together Berlin" solle für das Leben, gemeinsame Werte und Freiheit demonstriert werden, teilt der Veranstalter Wohlthat Entertainment mit. Musiker Max Giesinger, Elen, Graham Candy, Sebastian Hämer und Triple L sollen auftreten. Auch Politiker sollen sprechen. Man wolle der Welt zeigen, dass Berlin zusammenhält, sagte Geschäftsführer Rainer Wohlthat laut einer Mitteilung. Mit Blick auf die Sicherheit der Großveranstaltung hieß es, für sie werde das für Silvester entworfene Konzept gelten.

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(Foto: dpa)

+++ 15:42 Merkel, de Maizière und Maas besuchen Bundeskriminalamt +++
Kanzlerin Angela Merkel informiert sich derzeit beim Bundeskriminalamt (BKA) in Berlin über den Ermittlungsstand nach dem Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt in der Hauptstadt. Gemeinsam mit Innenminister Thomas de Maizière und Justizminister Heiko Maas traf sie am Nachmittag am Berliner BKA-Standort im Stadtteil Treptow ein. BKA-Präsident Holger Münch wollte die Kanzlerin und die Minister persönlich unterrichten.

+++ 15:30 Bericht: Amri wird auf US-Flugverbotslisten geführt+++
Der gesuchte Tunesier war einer Zeitung zufolge den US-Behörden bekannt. Die "New York Times" berichtet unter Berufung US-Kreise, Anis Amri werde auf den amerikanischen Flugverbotslisten geführt. Zudem habe er über den Internetdienst Telegram mindestens einmal mit dem IS Kontakt aufgenommen und online den Bau von Sprengsätzen recherchiert.

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+++ 15:20 Bundespolizei verstärkt Grenzkontrollen+++
Nach dem Anschlag von Berlin hat die Bundespolizei ihre Kontrollen an den nordrhein-westfälischen Grenzübergängen zu Belgien und den Niederlanden verstärkt. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen mit.

+++ 15:10 Bericht: SEK stürmt Moschee in Berlin-Moabit+++
Neben verschiedenen Wohnungen soll ein bewaffnetes SEK-Team Donnerstagfrüh auch eine Moschee in Moabit gestürmt haben, berichtet die "Berliner Zeitung". Dabei sind angeblich auch Blendgranaten zum Einsatz gekommen. Anwohner berichten über mehrere Schüsse. Ermittler wollten das nicht bestätigen.

Dem Verfassungsschutz ist der Moschee-Verein Fussilet 33 als Treffpunkt von Islamisten bekannt. Bereits im letzten Jahr soll die Polizei die Räume gestürmt haben. Sie vermutete, dass dort Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden sind, schreibt die Zeitung.

+++ 14:55 Bundesanwalt will sich heute noch zu Ermittlungsstand äußern+++
Die Bundesanwaltschaft beabsichtigt, noch heute Einzelheiten zu den Ermittlungen bekanntzugeben. Das teilt ein Sprecher der Behörde mit. Eine Uhrzeit oder die Form der Mitteilung nannte er nicht.

+++ 14:45 Viele Berliner haben Schock noch nicht verarbeitet +++
Viele Berliner befinden sich nach Einschätzung des Berliner Krisendienstes nach dem Terroranschlag vom Montag noch immer in einem "professionellen Notfall-Modus". Das gelte in erster Linie für Augenzeugen und alle Helfer, sagte Jens Gräbener, Psychologe und einer der Leiter beim Berliner Krisendienst. Es sei aber auch für die gesamte Stadt der erste Anschlag dieser Art. "Jeder von uns hat plötzlich eigene Bezüge, jeder bekommt Anfragen von Familienangehörigen oder Freunden. Das macht es komplett anders als nach anderen Attentaten." Beim Krisendienst haben sich seit der Nacht zu Dienstag rund 70 Berliner gemeldet. Darunter waren auch Menschen, die Angehörige oder Freunde bei dem Anschlag verloren haben.

+++ 14:30 Bislang kein Hinweis auf Verbindung Amris zu Salafisten-Prediger Walaa  +++
Die Ermittler haben bislang keine Hinweise auf enge Kontakte des Terrorverdächtigen Anis Amri zum kürzlich verhafteten Salafisten-Prediger Abu Walaa. Der 24 Jahre alte Amri habe zwar in Salafistenkreisen verkehrt und sei auch in entsprechenden Wohnungen gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Sicherheitskreisen. Es gebe aber bislang keine Informationen darüber, dass der Tunesier ein wichtiges Teil eines salafistischen Netzwerkes sei.

+++ 14:14 Darum wurde der Lkw erst spät durchsucht +++
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ist die Fahrerkabine des Lkws erst am Dienstag durchsucht worden, um zunächst Spürhunde auf den Geruch des Verdächtigen ansetzen zu können. Am Dienstagmorgen war das Fahrzeug erst einmal vom Tatort abtransportiert und zur Untersuchung in eine Halle der Polizei gebracht worden. Die Geruchsspur wäre demnach verfälscht worden, wenn Ermittler vorher das Fahrerhäuschen durchsucht hätten, so die Zeitung. Die Papiere von Anis Amri seien erst nach dieser Maßnahme gefunden worden.

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+++ 13:58 Pegida-Chef Bachmann übt sich als Hellseher +++
Pegida-Chef Lutz Bachmann kann offenbar hellsehen - oder würde es zumindest gern können. Nachdem er am Montagabend behauptet hatte, über einen Informanten erfahren zu haben, dass die Berliner Polizei nach einem "tunesischen Moslem" fahndet, ruderte er nun zurück. "Liebe Presse, ich gebe es zu, ich hatte natürlich nur meine Glaskugel und keinen Informanten!" Weitere Erklärungen zum Themenkomplex "Fake News" erübrigen sich damit wohl.

 

+++ 13:49 Rom bestätigt Tod von 31-jähriger Italienerin +++
Die Regierung in Rom hat den Tod einer italienischen Frau bestätigt. "Italien gedenkt Fabrizia Di Lorenzos, einer von den Terroristen getöteten Musterbürgerin. Das Land schließt sich tief bewegt dem Schmerz der Familie an", schrieb Ministerpräsident Paolo Gentiloni auf Twitter. Außenminister Angelino Alfano erklärte, dass die deutschen Behörden die Identifizierung der 31-Jährigen abgeschlossen hätten. "Ich bin von Herzen der Familie und ihren Liebsten nahe und teile den enormen Schmerz", sagte Alfano. Die junge Frau aus L'Aquila lebte seit 2013 in Berlin und arbeitete bei einem Logistik-Unternehmen.

+++ 13:37 Bericht: Fingerabdrücke von Amri auch am Lenkrad +++
Nicht nur an der Fahrertür, auch am Lenkrad des Lkws, der am Montagabend in die Menschenmenge auf dem Breitscheidplatz gesteuert wurde, sind nach Angaben der "Berliner Zeitung" Fingerabdrücke gefunden worden. Dies wäre ein weiteres Indiz dafür, dass Amri am Steuer saß. 

+++ 13:27 Bericht: LKA soll von Plänen Amris gewusst haben +++
Das Magazin "Focus" berichtet unter Berufung auf einen V-Mann, dass das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen seit Monaten von den Anschlagsplänen Amris gewusst haben soll. Demnach soll Amri im engeren Personenkreis um den Hassprediger Abu Walaa aus Hildesheim wiederholt von seinem Vorhaben gesprochen haben. Der V-Mann soll dies bei der Behörde bereits am 21. Juli 2016 gemeldet haben. Monate zuvor habe die Gruppe versucht, Amri nach Syrien zur IS-Terrorzelle zu schleusen. Walaa sitzt mittlerweile in Haft.

Dagegen liegen den Ermittlern nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bisher keine Hinweise auf enge Kontakte des Terrorverdächtigen zu Abu Walaa vor. Der 24-Jährige habe zwar in Salafistenkreisen verkehrt und sei auch in entsprechenden Wohnungen gewesen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Es gebe aber bislang keine Informationen darüber, dass der Tunesier ein wichtiges Teil eines salafistischen Netzwerks sei.

+++ 13:13 Bundespolizei verstärkt Grenzkontrollen +++
Die Bundespolizei hat ihre Kontrollen an den nordrhein-westfälischen Grenzübergängen zu Belgien und den Niederlanden verstärkt, teilte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen mit. Bei den Kontrollen seien der Polizei am Mittwoch zwei von der Staatsanwaltschaft gesuchte Männer ins Netz gegangen. Ein 25 Jahre alter Mann war gesucht worden, weil er nach einer Verurteilung wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren Haft gegen Auflagen des Landgerichts Hagen verstoßen hatte. Dem zweiten Mann werden Eigentumsdelikte zur Last gelegt. Der 21-Jährige habe bei der Kontrolle einen gefälschten griechischen Personalausweis bei sich gehabt.

+++ 13:06 Bloggerin beschreibt Situation auf Breitscheidplatz +++
Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist seit einer Stunde wieder geöffnet. Vor dem Anschlag war er besonders bei Touristen sehr beliebt. Nun seien vor Ort aber offenbar vor allem Journalisten und TV-Teams, beklagt eine Bloggerin. Sie beschreibt die Situation als "gruselig".

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+++ 12:57 Viele Hilfsangebote für Familie des Lkw-Fahrers +++
Die Familie des getöteten polnischen Lkw-Fahrers erhält derzeit viele Hilfsangebote aus Deutschland. "Wir kriegen Unmengen an Anfragen, wie man die Familie unseres Kollegen Lukasz finanziell unterstützen kann", schrieb Ariel Zurawski, Speditionsbesitzer und Cousin des Opfers, auf Facebook. Der 37-Jahre alte Fahrer, dessen Wagen wohl gekidnappt und in die Menge auf dem Weihnachtsmarkt gesteuert wurde, hinterlässt eine Ehefrau und einen 17 Jahre alten Sohn. "Wir danken für jedes gute Wort, jeden Rat und jede Hilfe", schrieb Zurawski. "Es ist unglaublich, was für eine Kraft in Menschen steckt."

+++ 12:41 Von der Leyen: "Lassen uns nicht unterkriegen" +++
Laut Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird Deutschland nach dem Anschlag von Berlin nicht im militärischen Kampf gegen den Terror nachlassen. "Wir lassen uns nicht unterkriegen vom Terror", sagte sie bei einem Bundeswehr-Besuch im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Der Terror mache keinen Unterschied zwischen Personen oder Regionen. Die Weltgemeinschaft müsse entschlossen sein, ihn zu bekämpfen, "sei es in Deutschland, sei es in Europa, sei in Afrika oder hier in Afghanistan", so von der Leyen. Frieden und Freiheit seien nicht selbstverständlich.

+++ 12:29 Polizei: Fahrerkabine wurde erst Dienstag durchsucht +++
Die Geldbörse, die auf die Spur zu Anis Amri geführt hat, ist laut Berliner Polizei erst am Tag nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt entdeckt worden. Die Fahrerkabine des Lastwagens, wo Ermittler die Hinweise auf Amri entdeckt hatten, sei erst nach der Bergung am Dienstag untersucht worden, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass es am Montag keinen Anhaltspunkt für den tunesischen Verdächtigen gab", so Wenzel.

+++ 12:18 Medien: Fingerabdrücke von Amri an Lkw gesichert +++
Der Verdacht erhärtet sich, dass tatsächlich der gesuchte Anis Amri den Lkw in die Menschenmenge auf dem Breitscheidplatz gesteuert hat. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR wurden an der Fahrertür des Scandia-Sattelschleppers Fingerabdrücke von Amri gefunden. Zudem soll sich der 24-Jährige laut "Spiegel" schon Monate vor dem Anschlag dem IS im Internet als Selbstmordattentäter angeboten haben. Er habe sich dabei aber dermaßen verklausuliert ausgedrückt, dass es nicht für eine Festnahme gereicht habe.

+++ 12:08 Zeitung: Amri war schon in Schule gewalttätig +++
Anis Amri ist nach Presseberichten schon als Schüler in Italien als Gewalttäter aufgefallen. "Er schuf in der Klasse ein Klima des Schreckens", schrieb die italienische Tageszeitung "La Stampa" über die kurze Zeit des Tunesiers an einer Schule in Catania auf Sizilien 2011. Der junge Mann habe dort Eigentumsdelikte, Drohungen und Körperverletzung begangen.

+++ 11:58 Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wieder geöffnet +++
In Berlin hat der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wieder geöffnet. Um 12 Uhr beginnt in der angrenzenden Gedächtniskirche eine Andacht für die Opfer des Anschlags von Berlin. Die Bestürzung über die Tat ist allerdings nach wie vor groß. "Wir sind immer noch fassungslos und tief schockiert", teilte Michael Roden, der Vorsitzende des Schaustellerverbands Berlin, mit. "Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Getöteten und bei ihren Familien."

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+++ 11:50 Botschaft an Seehofer: "Erst aufklären, dann fordern" +++
Die saarländische CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer, nach dem Anschlag von Berlin die gesamte Zuwanderungspolitik neu auszurichten. "Erst aufklären, dann sachlich diskutieren und erst am Ende, falls erforderlich, Gesetze ändern", empfahl die Christdemokratin im "Spiegel". "Für mich ist wichtig, dass wir diese Reihenfolge einhalten und nicht heute bereits voreilige politische Schlüsse ziehen. Wir sollten uns mit schnellen plakativen Forderungen zurückhalten, solange wir nicht alle Fakten kennen."

+++ 11:41 Experte erklärt Probleme bei Terrorbekämpfung +++
Warum wurde der als "Gefährder" geführte Anis Amri nur bis September dieses Jahres observiert? Nach dem Anschlag in Berlin, für den der flüchtige Tunesier verantwortlich sein soll, ist das nur eine von vielen irritierenden Fragen. Sicherheitsexperte Markus Kaim erklärt, wo die Probleme bei der Bekämpfung von Terrorismus liegen.

+++ 11:27 Bruder fordert Amri auf, sich zu stellen +++
Der Bruder des Terrorverdächtigen Anis Amri, Abdelkader Amri, hat sich im Interview mit der Nachrichtenagentur AP geäußert und seinen Bruder aufgefordert, sich zu stellen. "Ich bitte ihn, sich der Polizei zu stellen", sagte er. Die Familie im tunesischen Oueslatia sei erschüttert. "Wenn bewiesen wird, dass er [in den Anschlag] verwickelt war, sagen wir uns von ihm los." Er äußerte die Vermutung, sein Bruder habe sich womöglich in einem italienischen Gefängnis radikalisiert.

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(Foto: dpa)

+++ 11:17 FDP-Chef Lindner fordert Fußfesseln für Gefährder +++
FDP-Chef Christian Lindner hat Politik und Behörden aufgefordert, sämtliche Lücken bei der Überwachung von bekannten Gefährdern und Straftätern zu schließen. Im Interview mit n-tv.de sagte er: "Als 'ultima ratio' zur Kontrolle und zum besseren Schutz der Bevölkerung muss der Staat auch elektronische Fußfesseln einsetzen können." Zugleich kritisierte Lindner scharf Äußerungen von AfD und CSU, die in dem Anschlag von Berlin eine Folge von Merkels Flüchtlingspolitik sehen.

Diesen Zusammenhang herzustellen, passe ins Bild von AfD-Vizechef Alexander Gauland, so Lindner. Immerhin habe dieser die Flüchtlingskrise einmal als Geschenk für seine Partei bezeichnet. "Wer eine Krise ein Geschenk nennt, will doch nichts anderes, als auf der Welle von Protesten und Ängsten Geländegewinne zu erzielen. Wenn jetzt Politiker von CSU und AfD eine neue Flüchtlingspolitik fordern, wollen sie aus dem Leid der Menschen Kapital schlagen. Das ist kein Zeichen von gutem Stil oder Staatsklugheit", so Lindner.

Das gesamte Interview ist ab 12 Uhr bei n-tv.de abrufbar.

+++ 10:59 Neuer Koalitionsstreit um sichere Herkunftsländer +++
CDU-Innenexperte Armin Schuster hat SPD und Grüne nach dem Anschlag in Berlin dazu aufgefordert, die Einstufung nordafrikanischer Staaten als sichere Herkunftsländer nicht weiter zu blockieren. "Wer aus Tunesien kommt, flieht nicht vor Krieg", sagte er dem Sender NDR Info.

+++ 10:45 RBB: Ermittlungspanne verhinderte Razzien +++
Wie der RBB berichtet, konnten auf der Suche nach Anis Amri geplante Hausdurchsuchungen am Mittwoch in Berlin nicht stattfinden, weil es Fehler und Unstimmigkeiten bei den Ermittlungsbehörden gab. Demnach fehlten entsprechende Beschlüsse des zuständigen Gerichts. Durchsuchungen in den Stadtteilen Kreuzberg und Prenzlauer Berg hätten daher erst heute in den frühen Morgenstunden stattfinden können.

+++ 10:35 Generalbundesanwalt dementiert Festnahmen +++
Ein Sprecher des Generalbundesanwalts hat auf Nachfrage von n-tv.de dementiert, dass es am Morgen bei einer Razzia in der Dortmunder Innenstadt vier Festnahmen gegeben hat. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass es einen Anti-Terror-Einsatz gab, bei dem möglicherweile Kontaktpersonen von Anis Amri festgenommen wurden. Ob die Aktion im Zusammenhang mit der Fahndung nach dem Tatverdächtigen steht, war nicht bekannt.

+++ 10:21 Polizei soll Kontaktpersonen von Amri gefasst haben +++
Die "Bild"-Zeitung berichtet, die Generalbundesanwaltschaft habe bestätigt, dass es sich bei den vier am Morgen festgenommenen Personen aus Dortmund um Kontaktpersonen des Terrorverdächtigen Amri handelt. Derzeit läuft die Fahndung nach Amri auf Hochtouren.

+++ 10:09 AfDler wünscht SPD-Vize "Bekanntschaft mit Lkw-Reifen" +++
Der Vorsitzende der Jungen Alternative für Deutschland, Sven Tritschler, hat mit einem Tweet für Empörung gesorgt. Darin wünschte er dem SPD-Bundesvize, Ralf Stegner, "Bekanntschaft mit einem LKW-Reifen" zu machen. Stegner hatte zuvor getwittert, dass es absolute Sicherheit in einer Demokratie nicht gebe. Daraufhin reagierte Tritschler mit dem beleidigenden Tweet.

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+++ 9:49 Ein Prozent der Deutschen lässt Weihnachten ausfallen +++
Die Deutschen lassen sich durch den Anschlag in Berlin ihr Weihnachtsfest nicht vermiesen. In einer Umfrage des YouGov-Instituts gaben 58 Prozent der Befragten an, der Anschlag habe keine Auswirkungen auf die Festtage. Weihnachten werde genauso gefeiert wie jedes Jahr. Sieben Prozent gaben allerdings an, dass es ihnen in diesem Jahr schwerfallen wird, zu feiern. Ein Prozent der Befragten sagte sogar, wegen des Anschlags dieses Jahr gar nicht Weihnachten feiern. Für die Umfrage wurden 1803 Personen befragt.

Hier lesen Sie mehr zur Umfrage.

+++ 9:37 Breitscheidplatz bekommt Beton-Barrikaden +++
Am Berliner Breitscheidplatz baut das Technische Hilfswerk (THW) seit dem frühen Morgen Beton-Barrikaden auf, um den dortigen Weihnachtsmarkt vor einem erneuten Anschlag mit einem Lastwagen zu schützen. Um 11 Uhr soll der Markt wieder für Besucher geöffnet werden. Über den Sinn solcher Barrikaden war zuvor gestritten worden. Kritiker hatten zu Bedenken gegeben, dass die Barrikaden auch die Rettungswege für Feuerwehr und Krankenwagen versperren würden.

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+++ 9:28 Bosbach: SPD verhindert Transitzentren +++
CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hat dem Koalitionspartner SPD nach dem Berliner Anschlag vorgeworfen, die Einrichtung sogenannter Transitzentren an den Grenzen zu blockieren. Diese würden es ermöglichen, schon vor der Einreise die Identität von Flüchtlingen zu klären, sagte Bosbach im ZDF. "Und dann können wir die Frage beantworten: Einreise ja oder nein?"

+++ 9:13 Medien: Festnahmen bei Razzia in Dortmund +++
Medienberichten zufolge hat es am Morgen gegen 6.30 Uhr auch Durchsuchungen in Dortmund gegeben. Das berichtet ein "Bild"-Reporter, der vor Ort war. Ihm zufolge schlugen SEK-Beamte die Tür eines Wohnhauses ein. Es habe vier Festnahmen gegeben. Eine Bestätigung für den Einsatz gibt es noch nicht. Auch, ob die Razzia mit dem Anschlag in Berlin in Zusammenhang steht, ist unklar.

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+++ 9:00 Trump: "Ich hatte zu 100 Prozent recht" +++
Der künftige US-Präsident Donald Trump sieht seine Pläne für ein Einreiseverbot für Muslime aus gewissen Staaten durch den Anschlag in Berlin bestätigt. "Es zeigt sich, dass ich recht hatte, 100 Prozent recht", zitiert ihn die "New York Times". Ein Trump-Berater führt später dazu aus, gemeint seien Trumps Pläne, Einreisen aus Staaten mit "hohen Terrorismus-Raten" auszusetzen. Schon während des Wahlkampfes hatte Trump ein Einreiseverbot für Muslime gefordert.

+++ 8:48 Bayerns Innenminister fordert Transitzentren +++
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat im Interview mit der "Passauer Neuen Presse" seine Forderung nach Transitzentren erneuert, um die Herkunft von Flüchtlingen zweifelsfrei zu klären. Es gebe zu viele Menschen, deren Identität man noch immer nicht zweifelsfrei kenne, sagt der CSU-Politiker. Viele hätten keine richtigen Ausweispapiere.

+++ 8:37 "Charlie Hebdo" karikiert Reaktionen auf Anschlag +++
Die deutsche Ausgabe der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" macht heute mit dem Anschlag in Berlin auf. Zu sehen ist ein Lebkuchenhaus, aus dem mehrere Gewehrläufe ragen. Drumherum tanzen fröhliche Lebkuchen-Männchen. Überschrieben ist die Karikatur mit dem Satz: "Sie werden unsere Art zu leben nicht verändern".

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(Foto: dpa)

Hier lesen Sie ein Interview mit der "Charlie Hebdo"-Chefin Minka Schneider.

+++ 8:25 CSU-Mann Mayer fordert längere Abschiebehaft +++
CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer hat eine Verlängerung der Abschiebehaft gefordert. Mit Verweis auf den gesuchten Verdächtigen Anis Amri sagte Mayer dem Sender RBB, der Tunesier sei höchst gefährlich und habe sich "sogar in Abschiebehaft" befunden. Er habe allerdings nach einem Tag wieder entlassen werden müssen. "Wir müssen deshalb die Dauer der Abschiebehaft verlängern", sagte Mayer dem Sender. Zugleich müsse bei ausreisepflichtigen Menschen stärker differenziert werden zwischen denen, die unverschuldet nicht ausreisen können und denen, "die es selbstverschuldet renitent verhindern".

+++ 8:12 Bachmann brüstet sich mit Polizei-Leak +++
Ein Tweet von Pegida-Chef Lutz Bachmann sorgt derzeit für Verwirrung. Nur zwei Stunden nach dem Anschlag - um 22.16 Uhr am Montag - schrieb er: "Interne Info aus Berliner Polizeiführung: Täter tunesischer Moslem. Das[s] der Generalbundesanwalt übernimmt, spricht für die Echtheit". Tatsächlich ging die Polizei aber zu diesem Zeitpunkt offiziell noch davon aus, dass es sich bei dem Täter um den festgenommenen Pakistaner handelt. Nun wird spekuliert, ob Bachmann möglicherweise eine Quelle bei der Polizei hat - und die Ermittler schon kurz nach dem Anschlag einen anderen Verdächtigen im Fokus hatten.

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+++ 7:58 Polizei durchsucht Flüchtlingsheim in NRW +++
Polizisten haben am Morgen eine Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Emmerich durchsucht. Die Aktion, an der schätzungsweise 100 Beamte beteiligt waren, darunter Spezialeinsatzkräfte, war nach etwa einer Stunde beendet. Über das Ergebnis ist nichts bekannt. In der Nähe des Heimes hatten die Polizisten bereits am Mittwoch Position bezogen. Ein Sprecher der Polizei wollte sich zu der Frage äußern, warum sich die Aktion bis in die Morgenstunden verzögerte. Auch vom Generalbundesanwalt war keine Stellungnahme zu bekommen.

+++ 7:47 CDU-Vize Laschet sieht Fehler bei Behörden +++
CDU-Vize Armin Laschet sieht im Fall des gesuchten Tunesiers schwere Mängel der Behörden. Wie diese hier gearbeitet hätten, könne einen nur erschüttern, sagt Laschet im Deutschlandfunk. Der Gesuchte sei als sogenannter Gefährder bekannt gewesen, habe sich aber der Kontrolle entziehen können. Das könne man auf keinen Fall akzeptieren.

Hier lesen Sie mehr zum Thema.

+++ 7:31 Polizei gibt Tatort am Breitscheidplatz frei +++
Berlin versucht am dritten Tag nach dem Anschlag zur Normalität zurückzukehren. Der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz soll am Vormittag wieder geöffnet werden. Hier war der Terroranschlag am Montagabend verübt worden. Die Polizei hatte den Platz am Abend wieder freigegeben. Die Tatort-Arbeit sei abgeschlossen, hieß es.

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+++ 7:14 Handy-Video soll Anis Amri in Berlin zeigen +++
Möglicherweise ist ein Video vom mutmaßlichen Attentäter Anis Amri im Netz aufgetaucht. Veröffentlicht wurde es von Bellingcat, einem investigativen Recherchenetzwerk um den britischen Netzaktivisten Eliot Higgins. Es soll bereits am 26. September 2016 gedreht worden sein und den 24-Jährigen am Berliner Spreeufer im Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg zeigen. Ob es echt ist, ist bisher nicht bestätigt.

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+++ 7:01 Amri stahl bereits 2010 einen Lastwagen +++
Bereits 2010 soll Anis Amri laut den Behörden in Tunesien einen Lastwagen gestohlen haben. Daraufhin sei er von einem Gericht in der Stadt Kairouan, einer bekannten Salafistenhochburg, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Warum er noch im gleichen Jahr während der arabischen Aufstände sein Heimatland verlassen konnte, ist bisher nicht klar.

+++ 6:50 Israelische Frau unter den Todesopfern +++
Unter den Anschlagsopfern ist nach Angaben eines Sprechers des israelischen Außenministeriums auch eine israelische Frau. Die israelische Botschaft kümmere sich um die Überführung der Leiche in die Heimat. Die Frau war mit ihrem Mann auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und nach dem Anschlag am Montagabend als vermisst gemeldet worden. Ihr Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt.

+++ 6:39 Freigelassener Pakistaner nicht mehr erreichbar +++
Der festgenommene Pakistaner, der am Dienstag aus der U-Haft entlassen wurde, ist für seine Familie anscheinend nicht mehr erreichbar. Der Vater des 23-jährigen Flüchtlings sagte der pakistanischen Zeitung "Dawn", sein Sohn habe ihn nach der Freilassung nicht mehr kontaktiert. Ein in Berlin lebender pakistanischer Aktivist namens Wajid Baloch aus Belutschistan, der Heimat des jungen Mannes, sagte der Zeitung, der junge Mann sei auch nicht in seine Flüchtlingsunterkunft zurückgelehrt. Er selbst stehe mit dem Leiter der Unterkunft in Kontakt. Das Telefon des 23-Jährigen sei ausgestellt.

+++ 6:26 Ausländeramt Kleve holte Amri aus Abschiebehaft +++
Wie die "Schwäbische Zeitung" berichtet, wurde Amri im Juli 2016 in Friedrichshafen bei einer Personenkontrolle aufgegriffen und kam in der JVA Ravensburg in Abschiebehaft. Einen Tag später sei er allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem das Ausländeramt in Kleve einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Zu den Gründen wollte die Behörde keine Angaben machen. Fakt ist aber, dass Amri keine gültigen Papiere hatte.

+++ 6:14 Amri dealte im Görlitzer Park mit Drogen +++
Bekannt ist bereits, dass der Terrorverdächtige Anis Amri von März bis September überwacht wurde. Man ging davon aus, dass er einen Einbruch plane, um sich Mittel für den Kauf automatischer Waffen zu beschaffen - "möglicherweise, um damit später mit noch zu gewinnenden Mittätern einen Anschlag zu begehen", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Allerdings lieferte die Überwachung lediglich Hinweise darauf, dass Amri als Kleindealer im Görlitzer Park in Berlin Drogen verkaufte. Deshalb sei die Observation abgebrochen worden.

+++ 5:59 Amri recherchierte zum Bau von Bomben +++
Anis Amri soll sich im Internet über den Bau von Sprengsätzen informiert und direkten Kontakt zum IS gehabt haben. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Aussagen eines nicht näher genannten Offiziellen. Dem Bericht zufolge soll Amri mindestens einmal über Telegram mit dem IS kommuniziert haben. Sein Name habe zudem auf der Flugverbots-Liste der USA gestanden.

+++ 3:45 EKD-Chef: Weihnachtsgottesdienste ohne starken Polizeischutz +++
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, rechnet auch nach dem Anschlag von Berlin nicht mit starkem Polizeischutz bei Weihnachtsgottesdiensten. "Ich glaube auch, dass man in Deutschland so viele Menschenansammlungen hat, dass es gar nicht möglich wäre, auf diesem Wege Sicherheit zu erzeugen, dass man überall Polizei postiert", sagt er der dpa. "Ich glaube, da sind die Sicherheitsbehörden klug genug, um einschätzen zu können, an welchen Stellen das sinnvoll und notwendig ist."

+++ 1:10 CDU-Innenexperte beklagt Lücke im BND-Gesetz +++
Das BND-Gesetz weist nach Ansicht von CDU-Innenexperte Armin Schuster eine Sicherheitslücke bei der Abwehr neuer islamistischer Anschläge auf. "Wenn der BND sieht, dass aus der IS-Hochburg Rakka regelmäßig Kommunikation mit Deutschland läuft, darf er die nicht aufklären, so lange er nicht weiß, zwischen wem diese Verbindung existiert", sagt Schuster der "Rheinischen Post". Dabei liege es doch auf der Hand, dass es sich um "Steuerungsimpulse vom IS für potenzielle Attentäter" handeln könne. "Hier müssen wir uns für das BND-Gesetz dringend etwas Neues einfallen lassen", so Schuster.

+++ 0:15 Polizei dementiert Wohnungsstürmung durch SEK +++
Der Berliner Polizeisprecher Winfrid Wenzel dementiert einen Bericht, wonach das SEK zwei Wohnungen gestürmt hat. Der Einsatz habe nicht in einer Wohnung stattgefunden, sagt er. Die "Welt" hat zuvor berichtet, dass SEK-Kräfte zwei Wohnungen in Berlin gestürmt hätten. Sie seien auf der Suche nach dem Tatverdächtigen Anis Amri gewesen.

+++ 23:58 SEK überprüft Mann in Berlin-Kreuzberg +++
Auf der Suche nach dem terrorverdächtigen Tunesier Anis Amri überprüft ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei im Berliner Stadtteil Kreuzberg einen Mann. Es habe sich aber nicht um den Gesuchten gehandelt, sagt Polizeisprecher Winfrid Wenzel. Zuvor hat der "Tagesspiegel" über die Kontrolle berichtet.

+++ 22:47 Seehofer fühlt sich falsch verstanden +++
Der CSU-Chef und bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer fühlt sich von seinen Kritikern falsch verstanden. Seehofer sagt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, es sei kein Fehler  gewesen, nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt die Sicherheits- und Flüchtlingspolitik auf den Prüfstand zu stellen. "Viele von denen, die sich geäußert haben, wollen auch irritiert sein, wenn etwas aus Bayern kommt", hält er seinen Kritikern vor. Er habe nach dem Amoklauf in München und den beiden Attentaten in Würzburg und Ansbach immer gleichermaßen reagiert.

+++ 21:55 Polizeigewerkschaft fordert bessere Ausstattung +++
Die Gewerkschaft der Polizei fordert nach dem Anschlag in Berlin eine bessere personelle und materielle Ausstattung. Für besondere Lagen sei die Polizei zwar mit Sofortverstärkungskräften, Hundertschaften und Spezialeinheiten gut gewappnet. "Aber im darauffolgenden Tagesgeschäft führt das zu Überlastung der Kollegen", kritisiert Jörg Radek, stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, gegenüber "FAZ.net".

+++ 21:35 Bericht: SEK stürmt zwei Wohnungen+++
Wie die "Welt" aus Ermittlerkreisen erfuhr, hat ein Spezialeinsatzkommando (SEK) vor einer Stunde zeitgleich zwei Wohnungen in Berlin gestürmt, unter ihnen eine in der Großbeerenstrasse. Dabei soll ein Mann überwältigt worden sein. Es handele sich aber nicht um den Gesuchten Anis Amri, vermutet wurde er dort allerdings schon. Ein ranghoher Beamte sagte der Zeitung: Der Gesuchte sei "über alle Berge".

+++ 21:15 Tatverdächtiger soll vier Jahre in Italien im Gefängnis gesessen haben +++
Der Tatverdächtige Anis Amir soll einem Medienbericht zufolge Tunesien bereits vor sieben Jahren verlassen haben. Der aus einer ländlichen Gegend stammende Nordafrikaner habe vor seiner Einreise nach Deutschland vier Jahre in einem italienischen Gefängnis verbracht, berichtet der tunesische Radiosender Mosaique unter Berufung auf den Vater des Mannes und auf Sicherheitskreise. In Italien soll er eine Schule angezündet haben. Nach Deutschland sei er vor einem Jahr gekommen.

Was am 21. Dezember geschah, können Sie hier nachlesen, die Ereignisse vom 20. Dezember finden Sie hier.

Quelle: n-tv.de, bad/jug/dpa/AFP/rts