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Hochschul-Zugang erleichtern 50.000 Flüchtlinge strömen an Unis

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Der Syrer Montaser Al Naser ist einer von schätzungsweise 50.000 Flüchtlingen, die sich für ein Studium in Deutschland interessieren.

(Foto: dpa)

Etwa 50.000 der 2015 erwarteten Flüchtlinge wird es an die Unis ziehen, erwartet die Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Stiftung rät: Länder und Bund sollten den Asylbewerbern den Weg in den Hörsaal ebnen, denn in ihnen steckt großes Potenzial.

Die Universitäten und Hochschulpolitiker in Deutschland müssen sich dieses Jahr auf bis zu 50.000 studierwillige Flüchtlinge einstellen. Das schätzen Experten. Für diese Asylsuchenden aus Krisenländern wie Syrien, Afghanistan oder Eritrea sollen der Zugang zu Sprachkursen oder Studienkollegs, eine durchgehende Finanzierung des Lebensunterhaltes über Bafög oder das Asylbewerberleistungsgesetz sowie neue Studienplätze gewährleistet werden, rät die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung.

Jürgen Zöllner, Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und ehemaliger SPD-Wissenschaftsminister in Rheinland-Pfalz, sagte, dass besonders vollständig fehlende Unterlagen bei Flüchtlingen, die studieren wollen, ein Problem seien. Beim Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung dieser Menschen gebe es Klärungsbedarf in der Kultusministerkonferenz (KMK) der Bundesländer. Die KMK tagt an diesem Donnerstag und Freitag in Berlin - unter anderem zum Thema Bildung und Hochschulzulassung für Flüchtlinge.

Der erwartete Andrang von Asylsuchenden an deutschen Unis ergibt sich nach Zöllners Berechnung, wenn man von etwa einer Million Flüchtlinge in diesem Jahr ausgeht, von denen ein Viertel zwischen 18 und 25 Jahren alt ist - und von denen wiederum vermutlich 20 Prozent studieren wollten. Laut Umfrage der SPD-nahen Stiftung in zwölf Bundesländern werden derzeit überall "Gespräche zwischen Ministerien und Hochschulen geführt, um Hürden für den Hochschulzugang für Flüchtlinge abzubauen und Regelungen anzupassen". Zöllner stellte in den zuständigen Länder-Ministerien "hohe Sensibilität" für das Thema fest.

Impulse für Naturwissenschaften

Berlins Wissenschafts-Staatssekretär Steffen Krach betonte aber auch, dass auch das Bundesbildungsministerium stärker gefordert sei. Der Präsident der Technischen Universität Berlin, Christian Thomsen, erwartet von den Flüchtlingen Impulse für die naturwissenschaftlichen MINT-Fächer, in denen "der deutsche Nachwuchs schwächelt".

Flüchtlingen steht der Zugang zu Hochschulen in Deutschland grundsätzlich offen. Bei der Aufnahme eines Studiums werden sie behandelt wie andere ausländische Studenten auch. Zum Studium in Deutschland ist berechtigt, wer im Ausland einen Bildungsnachweis erworben hat, der einer in Deutschland anerkannten Hochschulzugangsberechtigung gleichwertig ist, und die erforderlichen Sprachkenntnisse hat. Falls keine Hochschulzugangsberechtigung vorliegt, steht in der Regel der Weg in ein Studienkolleg offen. Nach bestandener Prüfung kann ein Fachstudium aufgenommen werden.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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