Politik

Polizei findet Panzerfaust Belgier soll Anschläge geplant haben

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Abdelhamid Abaaoud gilt als Drahtzieher der Pariser Anschläge.

(Foto: Youtube)

Bei Razzien in der vergangenen Nacht nehmen französische Spezialeinheiten mehrere mutmaßliche Islamisten fest - und finden schwere Waffen. Auch bei der Suche nach den Hintermännern gibt es eine neue Spur.

Frankreichs Behörden greifen im Islamistenmilieu durch und melden erste Erfolge auf der Suche nach den Drahtziehern der Pariser Anschlagserie. Laut einem Bericht des französischen Radiosenders RTL wurde der Belgier Abdelhamid Abaaoud als Hauptverantwortlicher der Attentate identifiziert. Bei dem 27-Jährigen soll es sich um einen für seine Brutalität bekannten IS-Terroristen in Syrien handeln. Er stammt dem Bericht zufolge aus dem Brüsseler Problembezirk Molenbeek, aus dem auch zwei der in Paris umgekommenen Attentäter kommen. Zu einem von ihnen soll Abaaoud in direktem Kontakt gestanden haben.

An mehreren Orten in Frankreich gab es in der vergangenen Nacht Razzien bei mutmaßlichen Islamisten. Bei Durchsuchungen in Lyon seien dabei eine Panzerfaust und andere Waffen gefunden worden, verlautete aus Ermittlerkreisen. Zudem seien fünf Verdächtige festgenommen worden. Die Regionalzeitung "La Dépêche du Midi" berichtet zudem über einen Großeinsatz von Spezialeinheiten gegen Islamistenkreise in Toulouse. Mindestens drei Personen seien festgenommen und eine Waffe beschlagnahmt worden, hieß es unter Berufung auf Kreise der Staatsanwaltschaft.

Die Zeitung "Le Dauphiné Libéré" berichtete zudem über eine nächtliche Durchsuchung von 15 Objekten im Großraum Grenoble. Auch im Pariser Vorort Bobigny gab es eine Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom Freitag, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen berichtete. Nähere Details zu der Razzia und deren Ergebnissen wurden zunächst nicht mitgeteilt.

De Maizière besorgt über flüchtige Täter

Bei den Pariser Anschlägen starben sieben Attentäter - doch befürchtet wird, dass gleich mehrere Komplizen abgetaucht sein könnten. Im Fokus stehen dabei drei Brüder, von denen einer zu den Selbstmordattentätern im Bataclan gehörte. Ein zweiter wurde am Samstag in Belgien festgenommen und ein dritter am Sonntag zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Letzterer könnte dabei Medienberichten zufolge schon längst hinter Gittern sitzen: Demnach stoppten Polizisten den 26-jährigen Abdeslam Salah und zwei weitere Personen nur Stunden nach den Pariser Anschlägen nahe der belgischen Grenze in einem Auto, ließen sie aber schließlich weiterfahren. Zuvor waren die Grenzkontrollen verschärft worden.

Salah sei gefährlich, hieß es. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere sagte: "Es ist besorgniserregend, dass möglicherweise eine Tätergruppe noch unterwegs ist." Die deutschen Sicherheitsbehörden untersuchten mit Hochdruck alle Deutschland-Bezüge der Anschlagsserie.

Die spanische Zeitung "El País" berichtete auf ihrer Website, Frankreichs Ermittlungsbehörden hätten die zuständigen Stellen in Spanien und Belgien über das Informationssystem des Schengen-Raums gewarnt, dass sich Abdeslam Salah dorthin absetzen könnte. Dies sei aber "nur eine Möglichkeit", hieß es in dem Zeitungsbericht.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts