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Tagelange Blockade beendet Bootsflüchtlinge dürfen in Italien an Land

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Nach einigen Tagen auf See durften die Flüchtlinge schließlich italienischen Boden betreten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die italienische Regierung setzt andere EU-Staaten erfolgreich unter Druck und erwirkt die Aufnahme von Bootsflüchtlingen, die zuvor auf zwei Schiffen vor der Küste ausgeharrt hatten. Nach langem Hin und Her dürfen nun Hunderte Migranten in Sizilien von Bord gehen.

Die geretteten Flüchtlinge, die auf zwei Schiffen vor Italien ausgeharrt hatten, sind in Sizilien an Land gegangen. Die insgesamt 450 Migranten durften die Schiffe verlassen, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) auf Twitter mit. Nach Zusagen von Deutschland und anderen EU-Staaten, jeweils 50 Bootsflüchtlinge aufzunehmen, beendete die Regierung in Rom seine mehrtägige Blockade für Migranten im Mittelmeer.

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"Heute können wir zum ersten Mal sagen, dass (die Migranten) in Europa angekommen sind", erklärte der Regierungspalast nach Angaben der Zeitung "La Repubblica". Demzufolge wurde nach den Zusagen von Deutschland, Frankreich, Malta, Spanien und Portugal erwartet, dass auch Belgien mit einem entsprechenden Angebot nachziehen würde. Auf die Anfrage, ob die übrigen Flüchtlinge in Italien bleiben sollten, antwortete der Regierungspalast nicht. Wann die Migranten in die anderen Länder kommen sollten, war ebenso unklar.

Die 450 Menschen waren am Freitag mit einem Holzboot auf dem Mittelmeer unterwegs und wurden dann auf zwei Militärschiffe gebracht. Zunächst wollte die italienische Regierung sie nicht anlegen lassen, weil das Land darauf pocht, dass sich auch andere EU-Länder an der Aufnahme der Flüchtlinge beteiligen. Nach acht Frauen und Kindern, die aufgrund ihres Gesundheitszustands bereits am Samstag nach Lampedusa gebracht wurden, konnten am Sonntag zunächst weitere Frauen und Kinder und nach Mitternacht schließlich die übrigen Menschen in der Hafenstadt Pozzallo von Bord gehen.

"Wir haben Europa aufgeweckt"

Der dortige Hotspot sei voll, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die meisten Menschen seien für eine Weiterreise aber noch zu schwach. Kritik an dem Vorgehen der italienischen Regierung kam vom UNHCR, das mehrfach die umgehende Anlandung der Flüchtlinge forderte. "Ich würde sagen, dass wir Europa mit Taten und nachhaltigen Vorschlägen aufgeweckt haben", sagte hingegen Außenminister Enzo Moavero Milanesi der Zeitung "Libero".

"Wir haben die EU-Partner aufgefordert, tätig zu werden. Nun gibt es ein Resultat: Die Verantwortung für Migranten, die auf dem Seeweg kommen, wird noch vor ihrem Ankommen auf die verschiedenen Staaten aufgeteilt." Milanesi hatte unter anderem mit Premierminister Giuseppe Conte und Innenminister Matteo Salvini das Vorgehen beraten. Schließlich verfasste die Regierung einen Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk. Conte richtete außerdem einen Appell an die EU-Staats- und Regierungschefs.

In den vergangenen Wochen hatte die italienische Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega mehrfach Schiffe mit geretteten Migranten auf dem Meer blockiert. Hilfsorganisationen wurde die Einfahrt in italienische Häfen verwehrt. Auch das Rettungsschiff "Lifeline" der in Dresden ansässigen Hilfsorganisation Mission Lifeline war kürzlich fast eine Woche auf dem Meer blockiert, nachdem sie rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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