Politik

Schotten-Spott für Ex-Premier Brown schlägt "dritte Option" vor

3db744b422dca1cc94e99d40473f594a.jpg

Brown war von 2007 bis 2010 Premier Großbritanniens.

(Foto: dpa)

London und Edinburgh streiten um ein mögliches weiteres schottisches Unabhängigkeitsreferendum. Da kommt Ex-Premier Brown mit einem Kompromissvorschlag um die Ecke - und erntet Gelächter.

Der frühere britische Premierminister Gordon Brown hat im Streit um ein schottisches Unabhängigkeitsreferendum einen Kompromiss vorgeschlagen. Schottland soll demnach weiterhin dem Vereinigten Königreich angehören und trotzt Brexits eigene Verträge mit anderen Ländern der Europäischen Union abschließen dürfen.

Schottland müsse die Kontrolle etwa über Steuern, Landwirtschaft und Fischerei bekommen, zitierten britische Medien aus einem Redemanuskripts des Labour-Politikers. Er wollte seine "dritte Option" im Streit zwischen der britischen und schottischen Regierung auf einer Veranstaltung in Kirkcaldy nahe Edinburgh präsentieren, sagte der Ex-Premier. Brown ist Schotte und war von 2007 bis 2010 britischer Regierungschef.

Der Vize-Chef der Schottischen Nationalpartei SNP, Angus Robertson, nimmt diesen Vorschlag nicht ernst: "Die Labour-Partei ist derzeit noch nicht einmal in der Lage, eine Pizza zu liefern", sagte er dem britischen Nachrichtensender BBC.

Beim Austritt Großbritanniens aus der EU will Schottland im Europäischen Binnenmarkt bleiben. Das lehnt die britische Premierministerin Theresa May ab. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon strebt daher ein zweites Unabhängigkeitsreferendum an. Dafür will sie das Parlament in Edinburgh nächste Woche um ein Mandat bitten.

Nach dem Willen Sturgeons soll das Referendum zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 stattfinden - also noch vor dem Brexit. Schottland votierte beim Brexit-Referendum im Juni 2016 für den Verbleib in der EU, war aber von England und Wales überstimmt worden.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

Mehr zum Thema