Politik

Salafisten-Prediger vor Gericht Bundesanwalt klagt Sven Lau an

64462537.jpg

Sven Lau hatte zuletzt 2014 mit seiner "Scharia"-Polizei in Wuppertal für Empörung gesorgt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weil er Islamisten unterstützt haben soll, die der IS-Terrormiliz nahestehen, muss sich der bekannte Salafist Sven Lau nun vor Gericht verantworten: Die Bundesanwaltschaft erhebt Klage gegen den 35-Jährigen - nach einem jahrelangen Katz-und-Maus-Spiel.

Die Bundesanwaltschaft hat gegen den bekannten salafistischen Prediger Sven Lau Anklage wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in Syrien erhoben. Dies teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Der Vorwurf: Lau soll unter anderem im Jahr 2013 von Deutschland aus als verlängerter Arm der Terrorgruppe Jamwa agiert haben, die eng mit dem Islamischen Staat (IS) verbunden ist. Der 35-Jährige sitzt bereits seit Mitte Dezember in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft sieht Lau als "Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige, insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf".

Laut Anklageschrift beruhte sein Kontakt zu Jamwa auf einer engen persönlichen und religiösen Beziehung zu zwei deutschen Konvertiten. Die ursprünglich aus Tschetschenien und Zentralasien stammende Gruppierung soll sich Ende 2013 gespalten haben - laut Bundesanwaltschaft schloss sich der mutmaßlich von Lau unterstützte Flügel danach der IS-Terrormiliz an. Den Ermittlern zufolge beschaffte Lau im gleichen Jahr drei Nachtsichtgeräte für  Jamwa-Kämpfer in Syrien. Außerdem soll er zwei Männern bei der Ausreise geholfen und einem von ihnen Geld überbracht haben. Er selbst reiste mehrmals nach Syrien.

"Scharia"-Polizei sorgte für Empörung

Die Anklage wurde bereits am 8. April vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf erhoben. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof im März eine Beschwerde Laus gegen seine Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr verworfen. Im Jahr 2014 hatte Lau für Empörung gesorgt, als er mit Warnwesten ausgestattete Islamisten als selbst ernannte Sittenwächter unter dem Namen "Scharia-Polizei" durch Wuppertal patrouillieren ließ. Dieser Auftritt wurde später aber von einem Gericht als nicht strafbar eingestuft.

Lau ist seit Jahren im Visier der Sicherheitsbehörden. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums wurden über Laus Netzwerk "Einladung zum Paradies" bis 2011 junge Menschen in Mönchengladbach für den extremistischen Salafismus angeworben. In der Folge war Lau demnach für verschiedene salafistisch-extremistische Organisationen deutschlandweit aktiv, darunter das Koranverteiler-Netzwerk "Lies".

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP