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Nach Folter-Bericht CIA-Chef Brennan nimmt Behörde in Schutz

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John Brennan sieht die Folter-Methoden als will auch die positiven Seiten sehen. "widerliche" Einzelfälle.

(Foto: Reuters)

Nur sehr selten treten Geheimdienstchefs bei einer Pressekonferenz vor die Kamera. CIA-Direktor Brennan sieht sich angesichts der jüngsten Enthüllungen dazu gezwungen. Er findet deutliche Worte - verteidigt zugleich aber seine Behörde.

Nach der Veröffentlichung des US-Senatsberichts über die Folterverhöre der CIA hat der Chef des Geheimdienstes, John Brennan, seine Behörde in Schutz genommen. Er wies bei einer Pressekonferenz den Vorwurf zurück, dass die CIA die Regierung und die Öffentlichkeit über das Ausmaß des Verhörprogramms getäuscht habe. Eine Pressekonferenz eines CIA-Direktors ist ungewöhnlich; nur sehr selten treten die Geheimdienstchefs in dieser Form an die Öffentlichkeit.  

Laut CNN sagte Brennan weiter, Verhöre zur Zeit der Bush-Administration hätten wichtige Informationen etwa zum Auffinden Osama bin Ladens geliefert. Es sei aber heute unmöglich, zu sagen, welche Verhörtechniken letztlich zu den Informationen geführt hätten. Brennan selbst war damals Vize-Direktor des CIA. "Es gab keine einfachen Antworten, und was auch immer man von den 'erweiterten Verhörmethoden' halten mag - unsere Nation und insbesondere dieser Geheimdienst haben eine Menge richtig gemacht in dieser Zeit, damit dieses Land stark und sicher bleibt", zitiert der Sender den Geheimdienstchef.

Zugleich räumte Brennan aber auch Fehler ein. In einer "begrenzten Zahl von Fällen" hätten CIA-Agenten "nicht genehmigte" und "widerliche" Verhörtechniken angewendet, sagte Brennan. Der Geheimdienst habe "eine Reihe von Reformen umgesetzt, um sicherzustellen, dass diese Fehler nie wieder passieren". Es müsse aber anerkannt werden, dass "die überwältigende Mehrheit" der CIA-Offiziere ihre Verantwortung ehrlich und im "Rahmen der Rechtspolitik" wahrgenommen hätten.

UN fordern Strafverfolgung

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hatte am Dienstag die Ergebnisse seiner mehrjährigen Untersuchung über die Misshandlung von Terrorverdächtigen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 veröffentlicht. Trotz einiger geschwärzter Passagen gibt der Bericht einen detaillierten Einblick, wie die CIA unter Ex-Präsident George W. Bush ein weltweites System von Geheimgefängnissen aufbaute. In ihnen wurden mutmaßliche Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida ohne richterlichen Beschluss festgehalten und mit brutalen Methoden verhört.

Tagelanger Schlafentzug, simuliertes Ertränken, Todesdrohungen und Schläge sollten Häftlinge demnach zum Reden bringen. Der mehr als 500 Seiten lange Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Verhörmethoden kaum brauchbare Geheimdiensterkenntnisse geliefert hätten. Bushs Nachfolger Barack Obama hatte das Programm nach seinem Amtsantritt Anfang 2009 eingestellt. Nach der Veröffentlichung des Berichts wurden weltweit Forderungen nach einer Strafverfolgung der Verantwortlichen für die Folterverhöre laut.

Quelle: n-tv.de, fma/AFP/dpa

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