Politik
CSU-Chef Horst Seehofer und sein designierter Nachfolger als bayerischer Ministerpräsident, Markus Söder, können sich über viel Spendengeld freuen.
CSU-Chef Horst Seehofer und sein designierter Nachfolger als bayerischer Ministerpräsident, Markus Söder, können sich über viel Spendengeld freuen.(Foto: dpa)
Dienstag, 09. Januar 2018

Viel Geld für Bundestagsparteien: CSU profitiert von dicker Großspende

Im Herbst sind in Bayern Wahlen. Insbesondere die CSU steht dabei unter Druck. Geldsorgen dürfte die Partei indes kaum haben: Im Jahr 2017 erhält sie die höchste Großspende. Auch andere Parteien liegen in der finanziellen Gunst von Verbänden und Reichen.

Die CSU hat kurz nach Weihnachten unter den im Bundestag vertretenen Parteien die höchste Großspende des Jahres erhalten. Sie bekam vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) 650.000 Euro, wie aus Veröffentlichungen der Bundestagsverwaltung hervorgeht. Zuvor war die CSU im Jahresverlauf leer ausgegangen. Bereits 2016 hatte die CSU kurz vor Jahresende eine dicke Großspende des bayerischen Metall-Arbeitgeberverbands erhalten, damals in Höhe von 350.000 Euro. Laut Parteiengesetz müssen Parteien Spenden über 50.000 Euro sofort melden - die Bundestagsverwaltung veröffentlicht anschließend auch die Namen der Spender.

Der VBM spendete kurz nach Weihnachten außerdem jeweils 60.000 Euro an Grüne und SPD sowie 150.000 Euro an die FDP. Daneben überwies der Arbeitgeberverband Südwestmetall vor dem Fest 110.000 Euro an die Grünen und 60.000 Euro an die SPD.

Insgesamt gingen damit 2017 rund 6,6 Millionen Euro Großspenden an die im Bundestag vertretenen Parteien. Mit Abstand die meisten Großspenden von Wirtschaftsunternehmen und -verbänden sowie vermögenden Gönnern bekamen die CDU und FDP. Die CDU strich insgesamt fast 2,9 Millionen Euro ein, die FDP kam auf rund zwei Millionen Euro. Die zweithöchste Spende des Jahres - mehr als eine halbe Million Euro - überwies der Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth im Mai auf das Konto der CDU.

Zu den Großspendern an die Parteien zählten neben Arbeitgeberverbänden auch Unternehmer wie der Chef des Prothesenherstellers Otto Bock, Hans-Georg Näder, die BMW-Großaktionärsfamilie Quandt und der frühere Chef des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck, Hans-Joachim Langmann.

Quelle: n-tv.de