Politik

Einreise nach Schweden verhindert Dänemark hält Flüchtlinge an Grenze auf

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Die dänische Polizei konnte die Flüchtlinge überreden, nicht nach Schweden zu wandern.

(Foto: dpa)

Die dänische Regierung hindert 150 Flüchtlinge am Übertritt über die schwedische Grenze. Weil man Bundeskanzlerin Merkel Hilfe zugesichert hat, müssen sie im Land bleiben. Schließlich wollen die Dänen ihre Verpflichtungen ernst nehmen.

Die dänische Polizei hat dutzende Flüchtlinge, darunter Frauen und Kinder, am Grenzübertritt nach Schweden gehindert. Der Polizei zufolge machten sich etwa 150 Flüchtlinge in Richtung der für Fußgänger verbotenen Öresundbrücke nach Schweden auf. Sie marschierten, von Polizisten eskortiert, auf der Mitte einer Autobahn. Nach stundenlangen Verhandlungen willigten die meisten erschöpften Flüchtlinge aber ein, sich mit Bussen zu einem dänischen Polizeirevier bringen zu lassen.

Die Flüchtlinge gehörten zu etwa 300 Flüchtlingen, die am Sonntag aus Deutschland kommend im dänischen Fährhafen Rödby eingetroffen waren und hofften, mit dem Zug von Kopenhagen über die Brücke ins schwedische Malmö zu gelangen. Es kam zu Rangeleien, als Polizisten den Flüchtlingen Fingerabdrücke abnehmen wollten. Viele Menschen ergriffen die Flucht. Sie fürchteten, in Dänemark mit seinen strengen Asylgesetzen registriert zu werden und dann nicht mehr in das liberalere Schweden kommen zu können, wo bereits Angehörige von ihnen leben.

Der dänische Regierungschef Lars Lökke Rasmussen erklärte auf einer Pressekonferenz, in den vergangenen 24 Stunden seien etwa 400 Flüchtlinge in Dänemark eingetroffen. Keinem von ihnen werde die Weiterreise nach Schweden gestattet. Dänemark könne nicht einfach seine "Verpflichtungen ignorieren" und die Flüchtlinge ohne Schwedens Zustimmung dorthin schicken. Denn dann würde Dänemark so wie viele andere Länder handeln, die dafür verantwortlich seien, dass das "europäische Asylsystem" unter massiven Druck gerate.

Versprechen an Merkel

Rasmussen fügte hinzu, er habe Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagt, dass Dänemark 100 Flüchtlinge aus Deutschland aufnehmen werde. Dies sei der "sehr speziellen Situation" geschuldet, in der sich Deutschland und Europa derzeit befänden.

Rasmussen gehört der liberalen Venstre-Partei an, deren Ministerin für Ausländer, Integration und Wohnen, Inger Stöjberg, federführend bei der nochmaligen Verschärfung des Asylrechts war, die am 1. September in Kraft trat. Rasmussens Minderheitsregierung ist auf Unterstützung unter anderem durch die rechtspopulistische Dänische Volkspartei angewiesen. Merkel empfängt am Dienstag den schwedischen Regierungschef Stefan Löfven, um über das Thema Flüchtlinge zu reden.

Quelle: n-tv.de, lsc/AFP