Politik

Die Muslime und Nizza De Maizière warnt vor Generalverdacht

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Thomas de Maizière ist gegen die pauschale Verdächtigung der Muslime.

(Foto: REUTERS)

Bundesinnenminister de Maizière sorgt sich nach dem Anschlag von Nizza um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Er weist darauf hin, dass die Mehrheit der Muslime sich "als Teil unserer Gesellschaft verstehe".

Nach dem Anschlag von Nizza hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor einem Generalverdacht gegen Muslime gewarnt. Er rate dringend davon ab, "jetzt Muslime pauschal zu verdächtigen", sagte de Maizière der "Bild"-Zeitung. "Das wäre für den gesellschaftlichen Zusammenhalt fatal und angesichts der weit überwiegenden Zahl von Muslimen, die hier aufgewachsen sind und sich als Teil unserer Gesellschaft verstehen, auch schlicht falsch."

Gleichzeitig gab der CDU-Politiker zu bedenken, dass "islamistische Extremisten die Religion missbrauchen, um Morde zu rechtfertigen". Umso wichtiger sei es, "dass sich die Muslime selbst davon in aller Klarheit distanzieren."

In Nizza war am Donnerstagabend ein 31-jähriger Tunesier kurz nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge gerast. Dabei wurden mindestens 84 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt, davon gut 50 lebensgefährlich.

Achtsamkeit bei Urlaubsreisen

De Maizière sagte, nach einer solchen Tat seien Vorsicht und Achtsamkeit geboten, nicht aber Einschüchterung und Angst. "Das Attentat von Nizza fand am französischen Nationalfeiertag statt. Frankreich steht für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit", gab der Minister zu bedenken. "Diese Werte leiten auch uns und wir werden diese Werte aufrichtig und stolz weiter leben. Das ist die richtige Antwort auf den Terror von Nizza."

Jetzt auf Urlaubsreisen zu verzichten, hält der Innenminister für falsch. Eine solche Reaktion könne "sicher nicht die richtige Antwort sein", de Maizière. Aber auch in dieser Frage sei "Achtsamkeit ein guter Ratgeber". "Man sollte sich über die Situation im Urlaubsland vor einer Reise immer gut informieren", riet der Innenministerin und verwies auf die Reisehinweise des Auswärtigen Amts.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP