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US-Insider widersprechen Trump Denuklearisiert Kim doch noch nicht?

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US-Präsident Trump ist davon überzeugt, dass sein "Deal" mit Kim bereits in die Tat umgesetzt wird.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Das Treffen mit Kim Jong Un ist Donald Trumps großer Coup. Wann immer er kann, lobt der US-Präsident das eigene Vorgehen in der Sache. Vor seinen Ministern spricht er von großen Fortschritten bei der Abrüstung. Dabei scheint außer ihm niemand davon zu wissen.

US-Regierungskreise widersprechen der Darstellung von Präsident Donald Trump in Bezug auf die Zerstörung von Raketenanlagen in Nordkorea. Trump hatte während einer Kabinettssitzung über das Raketenprogramm von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un gesagt: "Sie haben bereits eine ihrer großen Test-Anlagen gesprengt, tatsächlich sind es vier ihrer großen Test-Anlagen." Die "große Sache" sei allerdings die "totale Denuklearisierung, die bereits stattfindet".

Aus mit Geheimdienst-Informationen vertrauten US-Kreisen verlautete dagegen, es habe seit dem Treffen von Trump mit Nordkoreas Machtaber Kim Jong Un am 12. Juni keine neue Abbau-Aktivitäten gegeben. Eine Stellungnahme des Präsidialamts dazu lag nicht vor.

Allerdings hatte auch US-Verteidigungsminister James Mattis am Vortag erklärt, ihm seien keine Schritte bekannt, die Nordkorea seit dem Treffen in Richtung einer Denuklearisierung unternommen habe. Der Prozess stehe offensichtlich noch am Anfang, die Verhandlungen über die Einzelheiten hätten noch nicht begonnen, sagte er Journalisten. "Ich würde das zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwarten", erklärte er zur atomaren Abrüstung. Mattis saß bei der Kabinettssitzung neben Trump.

USA sagen Militärmanöver ab

US-Außenminister Mike Pompeo bekräftigte kürzlich noch einmal, dass die USA an einer "vollständigen, überprüfbaren und unumkehrbaren" Denuklearisierung Nordkoreas festhalten würde. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un habe offenbar verstanden, dass die nukleare Abrüstung in einem "schnellen" Prozess erfolgen müsse, sagte Pompeo weiter. Unter Denuklearisierung verstehen die USA die vollständige atomare Abrüstung des Landes.

Bei dem historischen Treffen hatten die beiden Staatschefs ein von Trump als "Abrüstungs-Deal" bezeichnetes Papier unterzeichnet. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nicht um eine Vereinbarung zur atomaren Abrüstung, sondern vielmehr um eine Absichtserklärung hierzu. Im Gegenzug wurden Kim seitens der USA verschiedene Zugeständnisse gemacht. Unter anderem wurde Anfang ein gemeinsam mit Südkorea geplantes Militärmanöver an der nordkoreanischen Grenze, das im August stattfinden sollte, abgesagt.

Quelle: n-tv.de, lou/rts

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