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Getötete, Gesuchte, Verhaftete Der Kreis der Terror-Verdächtigen wächst

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Polizisten der französischen Spezialeinheit BRI.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Polizei sucht unter Hochdruck nach den Schuldigen für die Anschläge in Paris. Sicher ist: Sieben Terroristen sind tot, nicht alle sind identifiziert. Mögliche weitere Mittäter werden in Belgien verhört. Auch in der Türkei gibt es Festnahmen. Hier ein Überblick.

Die französischen und belgischen Sicherheitsbehörden arbeiten seit den Anschlägen von Paris unermüdlich an der Identifizierung der Attentäter und möglicher Unterstützer. Der Kreis der Verdächtigen wächst. Zuletzt werden Festnahmen an der türkisch-syrischen Grenze gemeldet. Was wissen wir über die mutmaßlichen Täter? Hier eine Übersicht mit den namentlich bekannten und unbekannten Personen, die in den Terror verwickelt sind oder verwickelt sein könnten:

Unter den sieben Terroristen, die am 13. November starben, sind

  • vier Franzosen: Brahim Abdeslam (31 Jahre), Bilal Hadfi (20 Jahre), Samy Amimour (28 Jahre) und Ismaël Omar Mostefai (29 Jahre).
  • Zwei Selbstmordattentäter sollen im Oktober über Griechenland nach Europa eingereist sein. Von einem von ihnen veröffentlichte die Polizei ein Foto. Bei ihm wurde der syrische Pass gefunden, dessen Echtheit noch nicht bestätigt ist. Der zweite Mann wurde Freitagabend identifiziert, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
  • Ein Attentäter muss noch identifiziert werden. Er gehört zu den Dreien, die den Anschlag im Club Bataclan verübten.

Drei weitere Attentäter starben bei der Erstürmung einer Wohnung in Saint Denis am 18. November

  • Darunter ist der mögliche Drahtzieher der Anschläge, der 28-jährige Abdelhamid Abaaoud. Er war der meistgesuchte Islamist Belgiens.
  • Desweiteren wurde mindestens eine Frau bei dem Polizeieinsatz getötet. Bei ihr handelt es sich um die 26 Jahre alte Hasna Aitboulahcen, wie die Staatsanwaltschaft in Paris mitteilte. Sie soll eine Cousine von Abaaoud sein.
  • Die dritte Leiche ist noch nicht identifiziert. Ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, ist offen. Zunächst wurde vermutet, dass es sich um den gesuchten Salah Abdeslam aus dem Brüsseler Stadtviertel Molenbeek handeln könnte. Wie jedoch am Samstag aus französischen Polizeikreisen verlautete, konnten die Ermittler aus seinen Leichenteilen DNA isolieren. Danach hieß es: Die Überprüfung des Erbguts habe nicht zur Identifizierung des Selbstmordattentäters geführt, da in den Polizei-Dateien zu verurteilten oder verdächtigen Straftätern niemand mit dieser DNA aufgeführt sei.

In Frankreich befindet sich noch ein mutmaßlicher Mittäter in Polizeigewahrsam:

Von acht Verdächtigen sind sieben bereits wieder auf freiem Fuß. Jawad Bendaoud will die Polizei dagegen nach vier Tagen weitere 24 Stunden in Gewahrsam behalten. Bendaoud ist um die 30 Jahre alt und der Eigentümer der gestürmten Wohnung in Saint-Denis. Er selbst befand sich während der Aktion nicht im Gebäude. Bendaoud ist vorbestraft. Er wurde 2008 wegen Totschlag zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Anti-Terror-Aktion ist er von sich aus auf Medienvertreter zugegangen. Er kann nach französischem Gesetz bis maximal einschließlich Montag in Untersuchungshaft bleiben.

Drei mutmaßliche Mittäter sind in Belgien im Polizeigewahrsam:

Zwei von ihnen, Hamza Attou und Mohamed Amri, sollen einen der Täter vom 13. November, Salah Abdeslam, in Paris abgeholt und nach Brüssel gefahren haben. Ob Attou und Amri davon wussten, ist unklar. Salah Abdeslam ist flüchtig. Zuletzt hieß es, der 26-Jährige soll sich im Stadtteil Leaken im Norden Brüssels versteckt halten. Von Salah Abdeslam wurde irrtümlich angenommen, dass er sich beim Polizeisturm in der Wohnung von Saint-Denis aufhielt. Sein Bruder Brahim gehört zu den Getöteten. Er zündete seine Sprengstoffweste vor einem Café am Boulevard Voltaire. Die französische Polizei sucht mittlerweile mit einem neuen Bild nach Salah. Demnach hat er sein Aussehen verändert: Auf dem Foto, das mehrere Medien verbreiten, ist Abdeslam mit Brille und Perücke zu sehen.

Gegen den dritten Verdächtigen, einen Marokkaner aus dem Brüsseler Bezirk Jette, leitete die Staatsanwaltschaft am Freitag ein Ermittlungsverfahren ein. Er soll Abdeslam Salah ebenfalls bei seiner Flucht geholfen haben. Seine Schlüsselrolle ist laut "Le Monde" bestätigt. In dem Auto des Marokkaners Auto fand die Polizei eine geladene Waffe und Blut. Auch in seiner Wohnung wurden Waffen gefunden, allerdings kein Sprengstoff. Nach Informationen der Zeitung hält sich sein Bruder in Syrien auf.

In der Türkei wurden drei Terror-Verdächtige festgenommen:

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Festnahme von Ahmet Dahmani (vorn) am frühen Samstagmorgen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die türkische Polizei verhaftete am Samstag drei Terror-Verdächtige: Darunter Ahmet Dahmani, einen 26-jährigen Belgier marokkanischer Abstammung. Er steht in Verdacht, Orte von Paris ausgekundschaftet zu haben.

Zwei weitere Personen, 23 und 29 Jahre alt und syrischer Staatsangehörigkeit, werden verdächtigt vom islamischen Staat (IS) nach Antalya geschickt worden zu sein, um Dahmani über die syrische Grenze zu bringen.

Quelle: ntv.de, ddi