Politik

Impfstoff für ärmere Länder Deutschland spendet Astrazeneca-Dosen

Ein Fläschchen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gegen Corona wird gezeigt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Bundesregierung hat zugesagt, 30 Millionen Impfdosen abzugeben, vor allem an Entwicklungsländer.

(Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Die WHO fordert reiche Staaten auf, der Covax-Initiative Impfdosen bereitzustellen. Der Forderung will Deutschland ab August nachkommen. Noch ausstehende Astrazeneca-Lieferungen sollen direkt an andere Länder gehen.

Die Bundesregierung will den größten Teil künftiger Lieferungen des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca an Drittstaaten abgeben. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Beschluss der Bundesregierung hervor. Danach sollen "voraussichtlich schon im August" alle weiteren Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca an ärmere Länder gespendet werden. Die Entscheidung betrifft nicht die bereits bei Bund, Ländern oder bei Ärzten liegenden Impfdosen und laufenden Erst-Impfungen.

Allein der Bund lagert derzeit noch rund 1,5 Millionen Impfdosen des britisch-schwedischen Konzerns. Deutschland erwartet bis Jahresende noch die Lieferung weiterer 35 bis 38 Millionen Impfdosen der Firma. In einem ersten Schritt sollen ab August mindestens 500.000 Dosen Astrazeneca an die internationale Impfstoff-Initiative Covax zur globalen Verteilung von Covid-19-Impfstoffen ohne regionale Vorfestlegung gegeben werden, heißt es in dem Papier vom Außen-, Gesundheits-, Finanz- und Entwicklungsministerium sowie vom Kanzleramt, das heute auch das Bundeskabinett passierte. "Die Bundesregierung strebt darüber hinaus an, schnellstmöglich auch erste bilaterale Abgaben umzusetzen", heißt es mit Blick auf Astrazeneca.

Deutschland beteiligt sich mit 2,2 Milliarden Euro an Covax

Die beschlossene Abgabe ist Teil der früheren Zusagen der Bundesregierung, bis Jahresende insgesamt 30 Millionen Dosen von Astrazeneca und Johnson&Johnson aus dem nationalen Bestand kostenlos vor allem an Entwicklungsländer abzugeben. De facto dürfte der größte Teil davon Astrazeneca betreffen, das in Deutschland auch wegen der wechselnden Empfehlungen der Ständigen Impfkommission teilweise auf Vorbehalte stieß. Zuletzt hatte die Stiko empfohlen, dass Erstgeimpfte mit Astrazeneca bei der zweiten Impfung einen mRNA-Impfstoff bekommen sollten.

Mehr zum Thema

Auch politisch war die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen umstritten, weil es bei Lieferzusagen als unzuverlässig galt. Die EU-Kommission hatte Astrazeneca sogar verklagt. In der Planung des Bundesgesundheitsministeriums für 2022 ist der Impfstoff gar nicht mehr vorgesehen. Ein kleiner Teil der ab August abgegebenen Dosen solle an Staaten des Westbalkans, der östlichen Partnerschaft und Namibia abgegeben werden, heißt es in dem Beschluss.

Für den Westbalkan seien bis zu drei Millionen Impfdosen vorgesehen, was auch Kanzlerin Angela Merkel schon angekündigt hatte. In dem Beschluss wird darauf verwiesen, dass Deutschland sich in weit größerem Maße an der Finanzierung von Covax beteiligt - mit insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Merkel hatte darauf verwiesen, dass damit mehrere hundert Millionen Impfdosen für Entwicklungsländer gekauft würden. Abhängig von der nationalen Versorgungslage sollen aber auch von den bestellten Impfdosen für Deutschland weitere Dosen abgegeben werden.

Quelle: ntv.de, sso/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.