Politik

"Immenser und ungebrochener Zustrom" Deutschland verlängert Grenzkontrollen

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Vor allem an der Grenze zu Österreich kontrolliert die Polizei wieder die Pässe der Einreisenden.

(Foto: dpa)

Vor einem Monat hat Deutschland die Regeln des Schengen-Abkommens außer Kraft gesetzt und Passkontrollen eingeführt. Die Zahl der Flüchtlinge hat das nicht verringert - im Gegenteil. Doch der Innenminister will an den Kontrollen festhalten.

Deutschland will die Kontrollen seiner Außengrenzen in der Flüchtlingskrise bis Anfang November fortführen. Darüber habe Bundesinnenminister Thomas de Maizière EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos informiert, berichtete "Spiegel Online" unter Berufung auf das Schreiben.

Demnach will der Ressortchef die Mitte September eingeführten Kontrollen wegen des "weiterhin ungesteuerten immensen und nahezu ungebrochenen Zustroms von Drittstaatsangehörigen" um weitere 20 Tage bis zum 1. November verlängern. Das betreffe vor allem die Grenze zu Österreich.

Deutschland und Österreich hatten Anfang September zunächst die Einreise von tausenden Flüchtlingen aus Ungarn erleichtert. Die meisten von ihnen wollten jedoch nur durch Österreich reisen und nach Deutschland gelangen. De Maizière ordnete daraufhin Mitte September an, vorübergehend wieder die Grenzen zu kontrollieren.

Der Zustrom von Flüchtlingen über diese sogenannte Balkanroute ist ungebrochen: In Österreich wurden binnen 36 Stunden mehr als 12.000 Neuankömmlinge gezählt. Nach Polizeiangaben überquerten am vergangenen Sonntag 8540 Flüchtlinge den Grenzübergang Nickelsdorf, bis Montagmorgen kamen 3680 weitere hinzu. In den vergangenen Tagen waren es stets etwa 5500.

Der jüngste Anstieg sei damit zu erklären, dass mehr Menschen über Griechenland nach Mazedonien gelangt und dann weiter durch Serbien, Kroatien und Ungarn an die österreichische Grenze gereist seien, sagte ein Polizeisprecher. Die ungarische Polizei teilte mit, am Samstag seien 7907 und am Sonntag 7879 neue Flüchtlinge ins Land gekommen. Auch das seien mehr gewesen als in den Tagen davor.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/AFP

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