Politik

US-treue Kämpfer in Syrien "Division 30" fällt auf Dschihadisten herein

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Die Nusra-Front kämpft gegen die Truppen des Assad-Regimes und den IS. Die Kämpfer der USA wollen die Dschihadisten nicht neben sich haben. Deren Waffen nehmen sie aber gerne.

(Foto: AP)

Bis zu 5000 Kämpfer aus Syrien wollen die USA jedes Jahr ausbilden. Die Truppe erweist sich jedoch immer mehr als Flop. Das Pentagon bemüht sich nach jüngsten Berichten über einen Waffendeal mit der Nusra-Front um Schadensbegrenzung.

Das US-Verteidigungsministerium hat Berichte zurückgewiesen, wonach Mitglieder einer von den USA ausgebildeten Einheit zum Kampf gegen die Terrormiliz IS die Seiten gewechselt haben sollen. Die britische Zeitung "Daily Telegraph" sowie andere Medien hatten berichtet, dass Kämpfer der als moderat eingestuften "Division 30" in Syrien Waffen an die Nusra-Front übergeben haben. Auch in sozialen Netzwerken kursierten entsprechende Angaben.

Dem Bericht zufolge soll einer der Anführer der "Division 30" den Nusra-Kämpfern gesagt haben, er habe seine Auftraggeber getäuscht, um an Waffen zu kommen. Dann habe er eine große Menge Waffen an die radikal-islamische Miliz übergeben. Die Nusra-Front ist ursprünglich aus dem Terrornetzwerk Al-Kaida hervorgegangen, das mit dem IS verfeindet ist.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, diese Berichte seien falsch: "Wir haben überhaupt keine Hinweise, dass dies der Wahrheit entspricht", heißt es in einer Mitteilung des Pentagons. Alle Waffen seien weiterhin in der Hand der sogenannten "New Syrian Forces". Das US-Zentralkommando gehe von Versuchen der Nusra-Front aus, das US-Projekt durch falsche Hinweise in den sozialen Netzwerken zu diskreditieren, heißt es weiter.

Oberstleutnant wirft hin

Dem Zentralkommando zufolge sind bisher rund 70 Kämpfer nach ihrem Training in der Türkei wieder nach Syrien eingereist und kämpfen dort an der Seit von Kurden, Sunniten und anderen Truppen, die gegen den IS kämpfen. Der "Daily Telegraph" berichtet, der Anführer der "Division 30" habe schwere Vorwürfe gegen die USA erhoben. Demnach sagte er, das Trainingsprogramm sei nicht ernsthaft. Er beklagte, es würden zu wenige Kämpfer ausgebildet und dabei die Falschen ausgewählt. Dieser Oberstleutnant namens Mohammad al-Dhaher war vergangenes Wochenende von seinem Posten zurückgetreten.

Die USA wollen im Rahmen des Projekts "New Syrian Forces" jedes Jahr 5000 Mann für den Bodenkampf gegen die IS ausbilden zu wollen. Bislang haben jedoch erst 50 bis 60 Mann ihr Training abgeschlossen. Ende Juli wurde bekannt, dass Mitglieder der Nusra-Front die erste eingeschleuste Gruppe der US-treuen Rebellen direkt nach ihrer Einreise entführt und mehrere getötet hatten.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa

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