Politik

Erbitterte Kämpfe in Ostukraine Dutzende sterben bei neuer Gewaltwelle

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Das schwer beschädigte Terminalgebäude am Flughafen Donezk.

(Foto: AP)

Der Konflikt in der Ukraine wird wieder blutiger: In Donezk leisten sich ukrainische Armee und Separatisten erbitterte Kämpfe um den Flughafen. Ein Krankenhaus wird mit einer Rakete attackiert. Im sonst ruhigen Charkiw explodieren immer wieder Bomben.

Der Flughafen der Rebellenhochburg Donezk ist zum "heißesten Brennpunkt" der Ostukraine geworden. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verteidigte allerdings die neueste Militäroffensive gegen die Separatisten.

Nach Regierungsangaben fügten die Separatisten dem Flughafen von Donezk schwere Schäden zu. Viele Soldaten seien verletzt worden, als im ersten Stockwerk des Terminals eine Decke eingestürzt sei, erklärte Juri Birjukow, ein Berater von Poroschenko. Die Separatisten hätten diese "in die Luft gesprengt".

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Ein Krankenhaus in Donezk wurde mit einer Rakete angegriffen.

(Foto: AP)

In ein Krankenhaus im Zentrum der Separatistenhochburg schlug eine Rakete ein, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten. Die Frontseite des Gebäudes wurde beschädigt, Fenster gingen zu Bruch. Nach Angaben der Separatisten wurden fünf Patienten und ein Mediziner verletzt.

In Delbazewe rund 60 Kilometer nördlich von Donezk wurden nach offiziellen Angaben drei Menschen durch Artilleriefeuer getötet und zwölf weitere verletzt. Binnen 24 Stunden seien in der Ostukraine zudem drei Soldaten getötet und 66 weitere verletzt worden, teilte die ukrainische Armee mit.

Explosionen im sonst ruhigen Charkiw

Im ostukrainischen Charkiw wurden am Montag durch eine Explosion zwölf Menschen verletzt, mindestens zwei von ihnen schwer. Laut Augenzeugen ereignete sich die Explosion, als der prowestliche Aktivist Michailo Sokolow ein Gerichtsgebäude verließ. In den vergangenen Monaten waren in der Stadt häufiger Sprengsätze detoniert, gekämpft wird dort aber nicht.

Die Armee habe im Krisengebiet Donbass auf Angriffe der moskautreuen Aufständischen reagieren müssen, sagte der prowestliche Poroschenko bei einem Treffen mit der polnischen Ministerpräsidentin Ewa Kopacz in Kiew. Dennoch halte er eine politische Lösung des schweren Konflikts weiter für möglich.

Später am Abend warb der Präsident in Zürich für mehr westliche Hilfe. Er sei überzeugt, dass Europa und die Welt sicherer werden, wenn die Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland unterstützt wird. Er sei ein Präsident des Friedens und nicht des Krieges und kämpfe für Werte wie Freiheit, Demokratie und Toleranz, sagte er nach Angaben der Agentur SDA.

Mobilmachung von bis zu 104.000 Soldaten

Diese für Europa zentralen Werte seien durch den Krieg bedroht. Deshalb sei die Unterstützung so wichtig - wichtig für Europa, aber auch für die Ukraine, die sich mitten in einem Transformationsprozess befinde. Diesen Prozess, der die Ukraine an Europa heranführe, wolle Russland unterbinden, sagte Poroschenko weiter.

An diesem Dienstag sollen zusätzliche 50.000 Ukrainer bei einer Teilmobilmachung bewaffnet werden. Russland und die Separatisten kritisieren den Schritt scharf. Beobachter fürchten eine weitere Eskalation der Lage. Zuvor schon hatte Verteidigungsminister Stepan Poltorak angekündigt, dass in diesem Jahr bis zu 104.000 Ukrainer mobilisiert werden könnten.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) forderte die Konfliktparteien zu einem sofortigen Ende der Kämpfe auf. Bei neuen Kämpfen in der Ostukraine seien innerhalb von 24 Stunden mehr als 23 Menschen getötet und mindestens 150 verletzt worden, hieß es. In der vergangenen Woche seien rund 300 Separatisten getötet worden, behauptete der Berater des Innenministers, Anton Geraschtschenko, nach Agenturberichten.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/AFP

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