Politik

Mosambik bittet um Militärhilfe EU will Islamisten entgegentreten

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Helfer bringen einen Verletzten zu einem Rettungsflieger.

(Foto: picture alliance/dpa/Ambassador Aviation/AP)

Die Angriffe reißen nicht ab: Islamistische Kämpfer terrorisieren die Menschen im Norden Mosambiks. Es sind Tausende Opfer und Hunderttausende Flüchtende zu beklagen. Die EU-Verteidigungsminister wollen nicht länger zusehen und reagieren damit auf eine Bitte der mosambikanischen Regierung.

Die EU erwägt in Reaktion auf den wachsenden Einfluss von Terroristen im Norden Mosambiks den Start eines Militäreinsatzes zur Unterstützung der Regierungstruppen. "Wir werden versuchen, eine Ausbildungsmission zu entsenden, wie wir sie in der Sahelzone haben, um die Sicherheitslage in Mosambik beherrschbar zu machen", sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bei einem Treffen der Verteidigungsminister der EU-Staaten in Brüssel. Die Regierung des südostafrikanischen Landes habe um Hilfe gebeten.

Im Norden Mosambiks verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge wurden mehr als 530.000 Menschen vertrieben, Nichtregierungsorganisationen sprechen sogar von bis zu 670.000 Menschen. Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde. Zuletzt hatte es unter anderem mehrfach Angriffe auf die Küstenstadt Palma gegeben. In der Region ist der französische Energiekonzern Total an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt. Er brachte in Reaktion auf die Offensive der Terroristen gut 1000 Mitarbeiter in Sicherheit.

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Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrel beriet sich mit den Verteidigungsministern der EU über einen Einsatz in Mosambik.

(Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnte zuletzt vor einer sich zuspitzenden Krise in der Konfliktprovinz Cabo Delgado. Inmitten der Gewalt seien Tausende Menschen auf der Flucht. Knapp eine Million Menschen seien aktuell von großem Hunger betroffen. Allein nach einem Angriff auf die Stadt Palma Ende März seien 50.000 Menschen geflohen.

Wie ein EU-Einsatz in Mosambik genau aussehen könnte, blieb zunächst unklar. An der Ausbildungsmission für die Sahelzone, die Borrell als Orientierungspunkt nannte, sind bis zu 1077 Soldaten beteiligt. Deutschland stellte davon zuletzt bis zu 450. Vom 1. Juni an sollen es sogar bis zu 600 Soldaten sein. Ziel des Einsatzes ist es, die Streitkräfte in der Region durch Beratung und Ausbildung so zu unterstützen, dass diese den Bedrohungen durch terroristische Gruppen effektiv entgegentreten können. Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen umfasst das Mandat allerdings nicht. Deutschland würde einen EU-Einsatz in Mosambik nach Angaben von EU-Diplomaten wahrscheinlich politisch unterstützen, aller Voraussicht nach aber keine Truppen stellen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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