Politik

Abwehr von Flüchtlingen Eurotunnel stellt Millionen-Rechnung

Nahe dem Eurotunnel harren Tausende Flüchtlinge aus, um sich auf Züge nach Großbritannien zu schmuggeln.

Nahe dem Eurotunnel harren Tausende Flüchtlinge aus, um sich auf Züge nach Großbritannien zu schmuggeln.

(Foto: REUTERS)

Täglich versuchen Flüchtlinge, sich in Züge zu schmuggeln, die unter dem Ärmelkanal fahren. Das führt immer wieder zu tragischen Todesfällen und zur hohen Kosten für den Tunnel-Betreiber. Das will das Unternehmen nicht allein bezahlen.

Der Betreiber des Eisenbahntunnels unter dem Ärmelkanal verlangt von Frankreich und Großbritannien 9,7 Millionen Euro für Kosten, die aus dem Ansturm von Flüchtlingen in Calais entstanden sind. Bereits 13 Millionen Euro hat Eurotunnel nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben – so viel wie im gesamten Jahr 2014. Unter anderem wurden neue Barrieren errichtet, um Flüchtlinge vom Tunnel fernzuhalten.

Die geforderten 9,7 Millionen Euro seien zu zwei Dritteln auf solche erhöhten Sicherheitsaufwendungen sowie zu einem Drittel auf Verspätungen und Zugausfälle infolge zum Tunnel vordringender Flüchtlinge zurückzuführen, so die Betreibergesellschaft. Die Verträge würden vorsehen, dass ein Teil dieser Kosten von den Staaten übernommen werden könnten, argumentiert Eurotunnel. Die britische Regierung habe bereits die Zahlung von 4,7 Millionen Euro für das gesamte laufende Jahr zugesagt.

In der französischen Hafenstadt Calais harren mehrere Tausend Menschen unter erbärmlichen Umständen aus. Immer wieder versuchen die Flüchtlinge, zum Tunnel und in Züge nach Großbritannien zu gelangen, einige Versuche endeten bereits tödlich. Zuletzt war Anfang Juli ein Mann ums Leben gekommen. Er hatte offenbar versucht, auf einen Frachtzug aufzusteigen und war dabei von dem Zug erfasst worden.

Eurotunnel-Chef Jacques Gounon warf den französischen Behörden vor, die Zahl der Flüchtlinge in Calais zu niedrig anzugeben und nicht ausreichend Polizisten einzusetzen. Das Innenministerium habe die Zahl der Migranten, die in einem als "Dschungel" bekannten improvisierten Flüchtlingslager leben, mit 2000 angegeben. "Vor Ort wissen alle, dass es eher 5000 sind", sagte Gounon.

Quelle: ntv.de, kmi/dpa/Reuters/AFP

Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen