Politik

Griechische Polizei schaut zu Flüchtlinge prügeln aufeinander ein

Immer mehr Flüchtlinge überrennen die griechische Insel Kos. Die Behörden sind völlig überfordert. Vor einer Polizeistation entlädt sich Frust in Gewalt. Menschen prügeln aufeinander los, Steine fliegen.

Tag für Tag kommen Hunderte Flüchtlinge auf die griechische Insel Kos und warten darauf, registriert zu werden, damit sie nach Norden weiterreisen können. An diesem Samstag eskaliert die Lage: Zwischen Menschen aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran kam es zu Zusammenstößen. Die Stimmung heizte sich vor einer Polizeistation auf.

Die Flüchtlinge prügelten aufeinander ein und bewarfen sich mit Steinen. Die Polizeiwache war wegen eines Feiertages geschlossen, Polizisten sahen dem Geschehen tatenlos zu. Erst als eine Gruppe von Iranern versuchte, den Polizeikordon um das Gebäude zu durchbrechen, trieben die Polizisten die Angreifer mit Schlagstöcken auseinander.

Auf Kos gibt es kein einziges offizielles Auffanglager für die Flüchtlinge. Es herrscht Chaos, es gibt weder Betten, noch Toiletten oder Duschen. Die Menschen sind völlig auf sich gestellt, müssen sich selbst verpflegen. "Kos ist die Hölle für Flüchtlinge", berichtete Grünen-Politikerin Claudia Roth im Interview mit n-tv.de.

Und es werden jeden Tag mehr Flüchtlinge: Tag und Nacht landen immer wieder kleine, motorlose Dingis oder Schlauchboote an den Küsten. Mitten zwischen den Urlaubern, die sich an den Stränden sonnen.

"Eleftherios Venizelos" soll Syrer aufnehmen

Die Unterbringung von Flüchtlingen an Bord der Fähre "Eleftherios Venizelos" verzögert sich. Wie der staatliche Rundfunk ERT berichtete, sollte in der Nacht zum Sonntag damit begonnen werden, Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien an Bord zu bringen. Ziel sei es, die Menschen sicher an Bord zu bringen, sagte ein Grenzschützer. "Es sind so viele Menschen."

Insgesamt finden 2500 Menschen Platz auf der Fähre. Ungefähr 300 Syrer versammelten sich am Morgen am Hafen, zogen sich jedoch in den Schatten zurück, als deutlich wurde, dass sie noch länger warten müssen.

Die Verzögerung ging nach Information des Senders darauf zurück, dass die Sicherheitskräfte mit der Reederei erst klären mussten, wer für die Sicherheit an Bord verantwortlich sein wird. Beide Seiten seien übereingekommen, dass auch Beamte der zuständigen Behörden und Polizisten auf dem Schiff untergebracht werden sollten.

Die Regierung in Athen hat das Schiff gechartert, um die Lage auf der Ferieninsel zu verbessern, die nahe an der türkischen Küste liegt und deswegen Anlaufpunkt für besonders viele Flüchtlinge ist. Das hoch verschuldete Griechenland muss eine immer größere Zahl von Flüchtlingen verkraften. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind allein auf griechischen Inseln in diesem Jahr schon etwa 124.000 Menschen gelandet.

Quelle: n-tv.de, dsi/rts/dpa

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