Politik

Randale zwischen Links und Rechts Gabriel besucht Heidenau nach Krawallen

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Linke Demonstranten und die Polizei treffen in Heidenau aufeinander.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Polizei verhindert, dass es vor der Flüchtlingsunterkunft in Heidenau die dritte Nacht in Folge rassistische Ausschreitungen gibt. Trotzdem gibt es Zusammenstöße zwischen linken Demonstranten und Rechten. Aus Berlin kündigt sich hoher Besuch an.

Als erstes Mitglied der Bundesregierung will Vizekanzler Sigmar Gabriel die Flüchtlings-Notunterkunft im sächsischen Heidenau besuchen. Auf Einladung von Sachsens stellvertretenden Ministerpräsidenten Martin Dulig will sich Gabriel ein Bild von der Situation machen. Der SPD-Chef hat dafür die Route seiner Sommerreise geändert.

Nach der Randale von Rechtsextremen in zwei aufeinanderfolgenden Nächten ist die Lage an der Asylbewerberunterkunft am Sonntagabend vergleichsweise ruhig geblieben. Die Situation sei "entspannt", sagte ein Polizeisprecher in Heidenau. Rechtsextreme seien lediglich "absolut vereinzelt" in der Nähe der Unterkunft unterwegs gewesen.

Es waren mehr Polizisten vor Ort als in den beiden Vornächten. Erstmals standen auch zwei Wasserwerfer bereit. Beamte kontrollierten das Gebiet rund um die Einrichtung. Menschen wurden angesprochen und mussten sich teils ausweisen. Schaulustige und erkennbar rechte Heimgegner wurden zurückgewiesen.

Rund 250 Angehörige der linken Antifa-Szene, die teils vermummt in Heidenau aufmarschierten, wurden bis zum Heim vorgelassen, wo bereits etwa 150 Menschen in unmittelbarer Nähe der Unterkunft ihre Solidarität mit den Flüchtlingen demonstrierten. Während zunächst alles friedlich blieb, kam es beim Abzug der Linksautonomen zu Zusammenstößen mit rechten Demonstranten. Die Polizei griff mit Schlagstock und Pfefferspray ein und trennte die Gruppen. Ob es dabei Verletzte gab, ist noch unklar.

"Normale Bürger"

Die Leipziger Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar nannte den Auftritt der Antifa in Heidenau "suboptimal". Zugleich bedauerte sie, dass nicht mehr "normale Bürger" zu dem Heim gekommen seien, um sich für die Flüchtlinge einzusetzen. "Es waren ja auch viele Flüchtlinge hier draußen, so dass man sie hätte kennenlernen und vielleicht auch Vorurteile abbauen können", sagte Lazar.

Seit Freitagabend waren bei den nächtlichen Krawallen von Rechtsextremisten und Rassisten in Heidenau über 30 Polizisten verletzt worden. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich verurteilte die Krawalle erneut. "Hier sind Grenzen überschritten worden, die ich kaum noch in Worte fassen kann", sagte er am Sonntagabend nach Gesprächen mit Vertretern von Polizei, Stadt und Heimbetreiber in Heidenau. Tillich versicherte, das "Gewaltmonopol des Staates" durchsetzen zu wollen.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa

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