Politik

Wegen Untreue verurteilt Haftstrafe für Österreichs Ex-Finanzminister

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Es wird erwartet, dass Grasser (l.) gegen das Urteil Berufung einlegt.

(Foto: picture alliance/dpa/APA)

In der Affäre um den Verkauf Zehntausender Bundeswohnungen fällt in Wien das Urteil. Die Richter verurteilen den ehemaligen österreichischen Finanzminister Grasser zu einer Gefängnisstrafe. Für Insidertipps soll der Politiker fast zehn Millionen Euro kassiert haben.

Das Landgericht Wien hat den früheren österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser wegen Untreue zu acht Jahren Haft verurteilt. Dem 51-Jährigen war vorgeworfen worden, dass er 2004 beim Verkauf von 60.000 Bundeswohnungen einem privaten Investor den entscheidenden Tipp über die notwendige Höhe eines Kaufpreises gegeben habe, um einen Mitbieter auszustechen.

Im Gegenzug für den Hinweis sollen der Anklage zufolge rund 9,6 Millionen Euro - ein Prozent des Kaufpreises von 961 Millionen Euro - in Grassers Taschen geflossen sein. Das letztlich erfolgreiche Gebot in dem geheimen Bieterverfahren lag nur rund eine Million Euro über dem der Konkurrenz.

Grasser, den die Presse aufgrund seines Lebens im Kreis von Millionären schon mal "Jet-Set-Minister" nannte, war in den 1990er-Jahren in den Reihen der Kärntner FPÖ unter dem damaligen Parteichef Jörg Haider groß geworden. Nach mehreren Jahren enger Zusammenarbeit kam es allerdings zu einer Entfremdung der beiden Politiker. Von 2000 bis 2007 war Grasser Finanzminister der Alpenrepublik in einem von der konservativen ÖVP dominierten Kabinett. Von 2002 an war er als Parteiloser im Amt.

Die Affäre um die Bundeswohnungen, die sich im öffentlichen Besitz befanden, kam 2009 ans Licht, als die Staatsanwaltschaft beim damaligen Käufer Immofinanz Unterlagen sicherstellte. Dabei stießen die Ermittler auf Zahlungen auf drei Konten in Liechtenstein. Neben Grasser erhielten auch weitere der insgesamt 14 Angeklagten hohe Haftstrafen. Es wird davon ausgegangen, dass die Verteidigung gegen das Urteil Berufung einlegt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa