Politik

Blutiger Anschlag in Sousse IS-Terrorist mordete im Drogenrausch

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Der erschossene Attentäter hatte offenbar noch einen weiteren Sprengsatz bei sich - den er aber nicht mehr zündete.

(Foto: AP)

Der tunesische Attentäter war bei seiner Bluttat offenbar mit Drogen vollgepumpt. Mediziner fanden bei der Obduktion seines Leichnams nicht nur Kokain im Blut, sondern auch Heroin und LSD. Außerdem klebte an seinem Körper eine weitere Bombe.

Nach dem schrecklichen Massaker an einem tunesischen Strand dringen neue Erkenntnisse an die Öffentlichkeit. Seifeddine Rezgui, der 38 Urlauber ermordete, war bei seinem Terroranschlag offenbar im Drogenrausch. Wie britische Medien berichten, stießen die Mediziner bei der Obduktion seines Leichnams auf deutliche Rückstände von Aufputschmitteln, darunter auch Kokain. Zudem wurden Reste anderer Drogen der "Klasse A" gefunden, zu denen Heroin, LSD und Ecstasy zählen.

Außerdem sei an seinem Körper eine Bombe gefunden worden, die aber nicht explodierte. Womöglich sorgten die Drogen dafür, dass er nicht in der Lage war, den Sprengsatz zu zünden, bevor er niedergestreckt wurde.

35 Minuten lang hatte der 23-jährige IS-Terrorist mit einem Maschinengewehr um sich geschossen, dann erst konnte er gestoppt werden. Gegen Mittag steuerte er sein Motorboot auf den Strand von Sousse, um 12.30 Uhr beendeten Schüsse der Polizei das Massaker.

Mitbewohner vom "Schläfer" werden vermisst

Derweil gaben die Ermittler weitere Details zum Leben des Terroristen bekannt. Der Attentäter war den Angaben zufolge vor der Tat als Entertainer für das Hotel "Imperial Marhaba", an dem er das Blutbad anrichtete, angestellt. Vier Jahre soll er ein so genannter "Schläfer" gewesen sein. Seifeddine Rezgui studierte an der  Universität in Kairouan und teilte sich dort ein Apartment mit vier anderen jungen Männern. Nachbarn sagten der Polizei, vor rund einem Monat seien alle Männer aus der Wohnung verschwunden.

Nach Angaben der Regierung in Tunis absolvierte Seifeddine Rezgui zudem eine militärische Ausbildung im Nachbarland Libyen. Der für Sicherheit zuständige Staatssekretär Rafik Chelly sagte, der Angreifer habe sich zur selben Zeit in Libyen aufgehalten wie die beiden Tunesier, die Mitte März beim Angriff auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis 21 Touristen und einen Polizisten töteten.

Quelle: ntv.de, dsi

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