Politik

Angriffe im West-Irak IS-Terroristen töten 15 Soldaten

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15 irakische Soldaten wurden bei Al-Bagdadi getötet (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Auch im neuen Jahr versucht die Terrormiliz IS weitere Gebiete im Irak zu erobern. Nun greifen sie Al-Bagdadi im Westen des Landes an. Zudem sollen die Terroristen erstmals Saudi-Arabien angegriffen haben.

Bei einem Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die Stadt Al-Bagdadi im Westen des Iraks sind nach irakischen Angaben mindestens 15 Soldaten getötet worden. Wenige Kilometer westlich des Ortes liegt ein Luftwaffenstützpunkt, in dem US-Soldaten die irakische Armee für den Kampf gegen den IS ausbilden. Die irakischen Nachrichtenseite Al-Mada berichtete unter Berufung auf einen Stammesführer, die Extremisten hätten Al-Bagdadi aus zwei Richtungen angegriffen.

Die irakischen Sicherheitskräfte erklärten weiter, bei den Gefechten habe sich mindestens ein Attentäter selbst in die Luft gesprengt. Anschließend habe es Gefechte gegeben. Die Armee erhielt demnach Hilfe von der internationalen Koalition, die die Extremisten unter US-Führung aus der Luft bombardiert. Al-Bagdadi liegt in der Provinz Al-Anbar, einer Hochburg der sunnitischen IS-Terrormiliz.

Die Extremisten kontrollieren große Teile der Region, darunter die Stadt Falludscha rund 70 Kilometer westlich der Hauptstadt Bagdad. Seit Monaten kommt es in Al-Anbar immer wieder zu Zusammenstößen zwischen dem IS und irakischen Sicherheitskräften. Diese versuchen, die Provinz zurückzuerobern.

Angriff auf Saudi-Arabien?

Der IS hat zudem möglicherweise erstmals einen Anschlag auf Saudi-Arabien verübt. Bei einem Schusswechsel und einem Selbstmordattentat in der Nähe eines streng überwachten Grenzübergangs zum Irak wurden am Montag zwei saudi-arabische Soldaten getötet. Für den Angriff übernahm zunächst niemand die Verantwortung, das Innenministerium in Riad bezeichnete die Angreifer als "terroristische Elemente".

Der irakische Sicherheitsexperte Mustafa Alani sprach hingegen davon, dass der Islamische Staat nun erstmals Saudi-Arabien selbst angegriffen habe. Das Selbstmordattentat deute auf eine IS-Urheberschaft hin. Die Gruppe sende damit eine Botschaft an das Königreich nach dessen Beitritt zu der von den USA geführten internationalen Anti-IS-Allianz, sagte der Experte, der über enge Verbindungen zum saudi-arabischen Innenministerium verfügt.

Die Grenzpatrouille war nach Angaben des Ministeriums in den frühen Morgenstunden unter Beschuss geraten. Als die Sicherheitskräfte einen der Angreifer festnahmen, habe dieser einen Sprengsatz an seinem Gürtel gezündet. Einer der zwei getöteten Grenzsoldaten sei ein hochrangiger Offizier gewesen. Zudem seien ein dritter Posten verletzt und außer dem Selbstmordattentäter auch ein zweiter Angreifer getötet worden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/rts