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Der BND warnt IS kann Passagierflugzeuge abschießen

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In diesem Propagandavideo demonstriert ein IS-Kämpfer den Umgang mit einem chinesischen FN-6-Manpad.

(Foto: Screenshot)

Die Nachricht weckt Erinnerungen an die schrecklichen Bilder des MH17-Absturzes aus dem Sommer: Offenbar verfügt der "Islamische Staat" über Luftabwehrwaffen. Trotz alledem ist die Situation im Nahen Osten kaum mit der Lage in der Ostukraine vergleichbar.

Der "Islamische Staat" verfügt offenbar über die Fähigkeit, Passagierflugzeuge abzuschießen. Das jedenfalls will der Bundesnachrichtendienst herausgefunden haben. Wie die "Bild am Sonntag" schreibt, hat der Auslandsgeheimdienst in einer streng vertraulichen Sitzung Bundestagsabgeordnete darüber informiert, dass die Terrormiliz mittlerweile über tragbare Luftabwehrwaffen verfügt, die von einem einzelnen Schützen bedient werden können.

Sogenannte Manpads sind perfekt für die Zwecke des IS geeignet: Sie sind vergleichsweise handlich, kaum zu entdecken und fallen somit als potenzielle Luftangriffsziele der Anti-IS-Koalition weg. Je nach Modell können die schultergestützten Raketenwerfer Ziele in bis zu 6000 Metern Höhe treffen. Woher der IS die Lenkwaffen hat, ist unklar - sicher ist jedoch, dass Katar bereits Anfang 2013 chinesische FN-6 an die Freie Syrische Armee lieferte, die nach Ansicht von Analysten in den Wirren des Bürgerkrieges dann in die Hände der Islamisten gelangt sein könnten.

Keine Gefahr bei Überflügen

Auch wenn die Nachricht sofort die schrecklichen Bilder vom Absturz von Flug MH17 heraufbeschwört, sind die beiden Situationen kaum zu vergleichen: Nur ein fahrzeuggestütztes Waffensystem könnte für den mutmaßlichen Abschuss der Passagiermaschine über der Ostukraine mit 298 Todesopfern verantwortlich sein, die damals in einer Reiseflughöhe von knapp 10.000 Metern Höhe unterwegs war. Manpads sind jedoch für den Einsatz in niedriger und mittlerer Höhe konzipiert, in Höhen über 6000 Meter kann keines der Systeme operieren, gleichwohl wie modern es ist.

Trotz alledem besteht zumindest eine theoretische Gefahr für eine ganze Reihe von Fluglinien, darunter auch deutsche: Der Flughafen im nordirakischen Erbil befindet sich nur knapp 100 Kilometer von IS-Territorium entfernt - die von dort startenden und landenden Maschinen könnten also sehr wohl ins Fadenkreuz der Islamisten gelangen.

Die Lufthansa bedient die Strecke Frankfurt - Erbil zwei Mal wöchentlich mit einem Airbus A319, Germania fliegt je einmal in der Woche von Düsseldorf und München aus die kurdische Metropole an. Austrian Airlines startet sogar täglich von Wien Richtung Erbil.

Quelle: n-tv.de, jve

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