Politik

Anschläge in Saudi-Arabien IS will Dschihad ausweiten

Die Islamistengruppe IS interessiert sich längst nicht mehr nur für Syrien und den Irak. Ein Kämpfer der Terrorgruppe fordert nun, das IS-Territorium bis nach Saudi-Arabien auszuweiten.

Ein saudiarabischer Unterstützer der Extremistengruppe Islamischer Staat hat zu einem Heiligen Krieg in seinem Heimatland aufgerufen. Das Territorium des IS müsse von Syrien und dem Irak bis nach Saudi-Arabien ausgeweitet werden, forderte der Mann in einer Videobotschaft, die über ein Internet-Feed des IS veröffentlicht wurde.

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Seit Monaten schon terrorisieren IS-Kämpfer weite Teile des Irak.

(Foto: dpa)

Das IS-Mitglied, das als Abu Hadscher al Dschasrawi identifiziert wurde, hatte bereits im vergangenen Monat einen Selbstmordanschlag in der syrischen IS-Hochburg Rakka verübt. Dschasrawi rief seine Landsleute zu Anschlägen auf die Herrscherfamilie, in Saudi-Arabien lebende Ausländer und Geistliche auf, die den IS zuletzt verunglimpft hätten.

Dabei ist der IS offenbar längst nicht mehr nur in islamischen Ländern aktiv. In Australien hatte es in mehreren Städten eine Großrazzia gegen Anhänger des IS gegeben. 15 Verdächtige wurden in Sydney festgenommen. Der Regierung zufolge lagen Hinweise vor, dass die Extremistengruppe Unterstützer in Australien zu "demonstrativen Tötungen" aufgefordert habe. Dabei soll geplant gewesen sein, einen Bürger auf offener Straße willkürlich zu kidnappen und vor laufender Kamera zu enthaupten.

Türkei besorgt

Bei einem internationalen Militäreinsatz gegen den IS befürchtet die Türkei einem Medienbericht zufolge einen riesigen Ansturm von Flüchtlingen. Bis zu vier Millionen Flüchtlinge könnten sich auf den Weg in Richtung Türkei machen, schrieb die regierungsnahe Zeitung "Yeni Safak" unter Berufung auf einen Bericht des Generalstabs.

Der Bericht sei am Mittwoch auf einem Sicherheitstreffen in Ankara unter dem Vorsitz von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan diskutiert worden. Schon jetzt haben nach Regierungsangaben 1,2 Millionen syrische Bürgerkriegsflüchtlinge Zuflucht im Nachbarland Türkei gesucht.

Der Generalstabschef habe außerdem Pläne für eine Pufferzone an der Grenze zu Syrien und zum Irak vorgestellt, berichtete die Zeitung. Diese solle unter dem Schutz der Nato entstehen, schrieb das Blatt, ohne weitere Details zu nennen.

Erdogan hatte Medienberichten zufolge bereits zu Wochenbeginn gesagt, die türkischen Streitkräfte arbeiteten an Plänen für eine Pufferzone. Im Kampf gegen IS hat die Türkei bisher nur humanitäre Hilfe zugesagt. Sie verweist darauf, dass die Extremisten seit Juni insgesamt 49 türkische Geiseln im Nordirak festhalten. Die Türkei ist der einzige Nato-Staat, an dessen Grenzen die Terrormiliz aktiv ist.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP

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