Politik

Ilse Aigner bei Klamroths Konter "Ich bin ein bisschen mit Bayern verheiratet" 

Angefangen hat sie auf dem Pfad zur Fernsehtechnikerin. Heute verteidigt Ilse Aigner als bayerische Wirtschaftsministerin den Bayernplan der CSU in der Sendung "Klamroths Konter". Und lehnt die Bezeichnung "Prinz Charles der CSU" ab.

Ilse Aigner hat sich schon häufiger darüber beschwert, wie alleinstehende Politikerinnen bewertet werden. Das tut sie auch in "Klamroths Konter" bei n-tv: "Es hat ja andere Kollegen auch immer wieder erwischt, die alleinstehend sind; die dann hinterfragt werden, ob sie etwas zu verbergen haben oder was auch immer. Ich glaube, die meisten Menschen haben keine Vorstellung davon, wie anspruchsvoll so ein Job ist und wie viel rund um die Uhr das geht." Eine neue Beziehung aufzubauen sei doch relativ schwierig. "Und ich bin einfach ein bisschen mit Bayern verheiratet."

Die bayerische Wirtschaftsministerin hatte nicht immer eine politische Karriere vor sich. Sie interessierte sich für Technik - "das fasziniert mich heute noch" - weswegen sie eine Ausbildung zur Fernsehtechnikerin begann. Sie sollte die Firma ihres Vaters übernehmen. Doch ein Rückenmarkstumor machte dem frühzeitig ein Ende. "Das prägt einen sehr stark. Das ist schon ein Trauma, dass man auch irgendwo mit sich herumträgt", erinnert sich die 53-Jährige. "Aber im positiven Sinne hat man das ja aufgearbeitet. Und man weiß auch die Prioritäten, glaube ich, richtig einzuschätzen."

Schon mit 25 Jahren startete sie ihre politische Karriere, als Nachfolgerin ihres Vaters im Gemeinderat. "Für mich war das immer selbstverständlich, sich an dem Ort, an dem man wohnt, zu engagieren", sagt sie. "Das war beim Turnverein, beim Radverein, wo auch immer ich da aktiv gewesen bin. Deswegen hat sich das einfach perfekt angeboten."

n-tv zeigt "Klamroths Konter" mit Ilse Aigner am Dienstag um 23.30 Uhr und am Mittwoch um 17.30 Uhr.

Diese Heimatliebe hat dann auch dazu beigetragen, dass Aigner 2013 aus Berlin nach Bayern zurückkehrte, wo die heutige Wirtschaftsministerin als potentielle Nachfolgerin Horst Seehofers gehandelt wird. Den Titel "Prinz Charles der CSU" lehnt sie ebenso ab wie die These, sie sei nur mit Blick auf den Posten als bayerische Ministerpräsidentin nach München gekommen. "Es ist gar nicht wirklich um die Frage gegangen, das ist auch meine tiefste Überzeugung gewesen. Wir haben die Wahl verloren 2008 und wir haben Mann und Frau gebraucht, um wieder ein besseres Ergebnis zu erzielen. Ich komme aus einem Regierungsbezirk, der stellt ein Drittel der Wähler. Deshalb hat es als Signal auch gewirkt."

Ein Signal ist auch der Bayernplan der CSU, der sich in manchen Punkten von dem gemeinsamen Wahlprogramm mit der CDU unterscheidet. "Es sind eben noch ein paar Spezialthemen, die wir von Seiten der CSU auch noch auf die Agenda gesetzt haben, die uns wichtig sind", sagt sie.

Und wie sieht es mit Seehofers Obergrenze für Flüchtlinge aus? "Wir brauchen eine Begrenzung, eine Obergrenze, damit klar ist, dass diese Integration auch geleistet werden kann", so Aigner. Es sei eine riesige Kraftanstrengung, die Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren zu wollen. Arbeitsplätze seien nötig, Wohnungen müssten vorhanden sein und auch die Bereitschaft der Wirtschaft. "Sie können das nicht unendlich machen. Eine Million oder 890.000 – da möchte ich mich jetzt nicht streiten – pro Jahr wäre definitiv nicht machbar. Das überfordert alle", sagt sie.

An anderer Stelle spricht der Bayernplan von der deutschen Leitkultur. Das sei keine Dirndl- oder Lederhosenvorschrift, verspricht Aigner. "Letztendlich geht es schon auch um die Grundzüge unserer Gesellschaftsordnung. Pressefreiheit ist für uns eine Leitkultur, die dazugehört. Meinungsfreiheit gehört bei uns dazu und natürlich auch die Religionsfreiheit." Das stehe zwar auch alles im Grundgesetz, es müsse aber auch angesprochen werden. Und es sei auch nicht die CSU, welche die deutsche Leitkultur entscheidet; das sei die christlich geprägte Kultur dieses Landes.

Das Konzept, sogenannte Gefährder unbegrenzt einzusperren, gibt es in Bayern schon. Nun soll es auf die Bundesrepublik ausgeweitet werden, obwohl der Deutsche Richterbund es als schwierig ansieht, wie Klamroth anmerkt. "Stellen Sie sich vor, es passiert irgendwas", erwidert Aigner, "und man hat Hinweise gehabt, dass es ein Gefährder sein könnte. Und wir haben es nicht verhindert. Dann sind die Politiker wieder diejenigen, die es nicht gemacht haben."

Quelle: n-tv.de, pzi

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