Politik

Seoul schickt Marine in den Golf Iran setzt südkoreanischen Öltanker fest

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Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden und amerikanische Kriegsschiffe - in der Straße von Hormus treffen Freund und Feind aufeinander.

(Foto: REUTERS)

Die Straße von Hormus ist eine wichtige Handelsroute für den internationalen Öltransport. Auch ein Öltanker unter südkoreanischer Flagge will die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran für eine Lieferung an das Emirat Fudschaira nutzen. Dort kommt das Öl nie an. Seoul alarmiert seine Marine.

Der Iran hat einen unter südkoreanischer Flagge fahrenden Öltanker im Persischen Golf festgesetzt. Der Tanker habe mit seiner Ethanol-Ladung die Gewässer im Persischen Golf verschmutzt und sei daher von der Küstenwache der iranischen Revolutionsgarden in die Hafenstadt Bandar Abbas geleitet worden, teilten die Revolutionsgarden nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna mit. Der Tanker sei aus dem saudi-arabischen Hafen al-Dschubail gekommen und habe 7200 Tonnen "ölchemische Produkte" an Bord gehabt.
Die Crew des Tankers, die aus Südkorea, Indonesien, Myanmar und Vietnam stammt, sei festgenommen worden.

Die Staatsanwaltschaft von Bandar Abbas will den Revolutionsgarden zufolge juristische Schritte gegen den Tanker einleiten und die Ergebnisse demnächst bekannt geben. Bei dem Schiff handelt es sich laut Daten des Internetdienstes Marinetraffic um den Öltanker "Hankuk Chemi". Dieser befand sich auf dem Weg von Saudi-Arabien in das Emirat Fudschaira, nahm dann aber Kurs auf iranische Gewässer, wo er sich aktuell noch befindet.

Auch die Beobachtungsstelle United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) meldete, es habe in der Straße von Hormus eine "Interaktion" zwischen einem Handelsschiff und iranischen Behörden gegeben. Das Schiff habe daraufhin seinen Kurs geändert und sei in iranische Gewässer gefahren.

Seoul entsendet Zerstörer

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Der südkoreanische Zerstörer "Choi Young" befindet sich eigentlich zur Pirateriebekämpfung in der Region.

(Foto: REUTERS)

Das südkoreanische Außenministerium bestätigte, dass der Tanker auf Ersuchen der iranischen Behörden seinen Kurs geändert hat. Es forderte eine "rasche Freilassung". Das südkoreanische Verteidigungsministerium entsandte zudem seine Einheit "Cheonghae" mit dem Zerstörer "Choi Young" in die Golfregion. Es werde "Sicherheitsmaßnahmen für unsere Schiffe treffen, die sich in dem umliegenden Meeresgebiet befinden", heißt es.

Der Fall erinnert an die Festsetzung des britischen Öltankers "Stena Impero" im Juli 2019. Die iranischen Revolutionsgarden hatten das Schiff in der Straße von Hormus beschlagnahmt, weil es angeblich ein Fischerboot gerammt hatte. Zwei Monate später ließen sie es wieder frei.

Die Straße von Hormus ist vor allem für den Öltransport eine international wichtige Handelsroute. Die Spannungen in der Region haben sich deutlich zugespitzt, seit die USA nach ihrem Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen 2018 eine Politik des "maximalen Drucks" gegenüber dem Iran verfolgen. Mehrfach wurden in der Meerenge Schiffe von amerikanischen Verbündeten angegriffen, Drohnen abgeschossen und Öltanker beschlagnahmt.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP