Politik

Sexsklavinnen für Japans Soldaten Japan geht auf Südkorea zu

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Annäherung in einer heiklen Frage: Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und der japanische MInisterpräsident Shinzo Abe in Seoul.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Schatten des Krieges lasten schwer auf den Beziehungen zwischen Japan und Südkorea. Vor Jahrzehnten zwang Japan Tausende Koreanerinnen als "Trostfrauen" in den Sklavendienst. In Seoul kommt es zu einem ersten Gespräch unter vier Augen.

Südkorea und Japan wollen ihren seit Jahren anhaltenden Konflikt wegen der Versklavung von Frauen in den Soldatenbordellen der kaiserlich-japanischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg möglichst bald beilegen.

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2014: Betroffene verfolgen eine Konferenz zum Thema "Sexuelle Versklavung durch das Militär" in Tokio.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach jahrelanger Eiszeit sprach Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye in Seoul erstmals allein mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Beide Seiten hätten sich geeinigt, die Arbeitsgespräche zwischen beiden Ländern über die sogenannte "Trostfrauen"-Frage zu beschleunigen, teilte Parks Büro mit.

Bagatellisierend als "Trostfrauen" bezeichnet, drehen sich die Gespräche um jene Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs zu Sexdiensten in den Soldatenbordellen der japanischen Kaiserarmee gezwungen wurden. Für Park ist der Konflikt das "größte Hindernis" in den Beziehungen zu Japan.

Bis 200.000 betroffene Frauen

Die Zahl der vor allem aus Korea sowie aus China stammenden Opfer wird von Historikern auf bis zu 200.000 geschätzt. Südkorea wirft der Regierung in Tokio vor, ihr Schicksal zu ignorieren und begangene Kriegsgräuel zu verschleiern.

Vor dem Hintergrund des 50. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Südkorea habe er mit Park vereinbart, die Diskussionen über die "Trostfrauen" so früh wie möglich abzuschließen, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Abe.

Historische Schuld

Das Treffen der beiden Politiker wurde in Südkorea als wichtiger Schritt in den Bemühungen gesehen, die Beziehungen zwischen den ansonsten wirtschaftlich eng miteinander verbundenen Nachbarn zu verbessern. Park hatte sich seit Beginn ihrer Amtszeit Anfang 2013 zunächst geweigert, Abe zu bilateralen Gesprächen zu treffen.

Bei ihren Gesprächen vereinbarten Park und Abe außerdem, angesichts des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm die Allianz ihrer Länder mit den USA stärken zu wollen. Zuvor hatten sie zusammen mit dem chinesischen Ministerpräsident Li Keqiang angekündigt, sich unter anderem für eine Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über den Atomstreit einzusetzen.

Quelle: ntv.de, apo/dpa