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Amerika liefert dem Irak Drohnen und Raketen USA schicken Waffen für Kampf gegen Isis

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Eine sunnitische Bürgerwehr auf Patrouille in Falludscha.

(Foto: AP)

Lange wird die Gefahr durch Al-Kaida-Kämpfer im Irak ignoriert. Nachdem diese ganze Städte erobern, reagieren die USA mit einem Waffenpaket. Das ist nach Ansicht von Experten eine Notlösung.

Die USA wollen der Regierung in Bagdad rasch militärisches Gerät zur Verfügung stellen, um damit gegen die Kämpfer der Al-Kaida-Gruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (Isis) vorzugehen. Die Lieferungen in das Land würden beschleunigt, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes. So würden etwa weitere "Hellfire"-Raketen ausgeliefert. Zudem sollten die Iraker in den kommenden Wochen zehn und im Laufe des Jahres 48 weitere Aufklärungsdrohnen erhalten, um Terroristen aufzuspüren.

Die USA sind beunruhigt über das Erstarken der Isis-Kämpfer im Westen des Iraks. Diese haben unter anderem Teile der Stadt Falludscha zurückerobert und besetzt. Direkte Truppenhilfe bei der Vertreibung der Terroristen wollen die USA der Regierung in Bagdad nicht gewähren. Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden sicherte Ministerpräsident Nuri al-Maliki aber die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu. Zugleich lobte er die inzwischen etablierte Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte mit den Stammesführern in der hauptsächlich umkämpften Provinz Anbar.

Nahostexperte hält Maliki für mitverantwortlich

Das Wiedererstarken islamistischer Terroristen im Irak ist nach Ansicht des Nahost-Experten Guido Steinberg auch Folge einer falschen Politik des irakischen Regierungschefs Nuri al-Maliki. "Seit 2010 versuchen Maliki und die schiitischen Parteien, die ihn unterstützen, sämtliche Sunniten und auch alle Säkularisten von der Regierung fernzuhalten", sagte der Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik im Deutschlandradio Kultur. Das sei einer der Gründe dafür, warum die Terrorgruppe Al-Kaida in sunnitischen Gebieten so viel Unterstützung erfahre. Die Organisation sei eigentlich geschlagen gewesen, doch nun mache Al-Maliki die Erfolge der Amerikaner zunichte.

Verstärkte Waffenlieferungen der USA an den Irak seien daher nur eine Notlösung, sagte Steinberg. Die Amerikaner müssten eine in ihren Augen falsche Politik unterstützen, um deren schlimmsten Folgen zu korrigieren. Der Experte rechnet mit einem lange andauernden Bürgerkrieg in der Region. "Was es ganz sicherlich nicht geben wird, ist eine vollständige Niederlage dieser Gruppen in den nächsten Jahren", sagte er.

Maliki: Bürger von Falludscha sollen Terroristen verjagen

Die irakische Regierung hat unterdessen mit einer Offensive gegen die Al-Kaida-Extremisten begonnen, die im Grenzgebiet zu Syrien einen Gottesstaat errichten wollen. Am Montag drohte die Regierung noch mit der Erstürmung der Stadt Falludscha, sollten die Extremisten nicht rasch aus der umkämpften Stadt vertrieben werden. Dies selbst in die Hand zu nehmen, forderte Ministerpräsident Nuri al-Maliki von den Bewohnern und Stammesanführern Falludschas. Sie sollten "die Terroristen aus der Stadt zu werfen, um sich selbst das Risiko bewaffneter Kämpfe zu ersparen", sagte Maliki.

Es gibt sich widersprechende Berichte darüber, ob die Isis-Kämpfer daraufhin aus Falludscha verjagt wurden oder nicht. Stammesführer berichteten einer Nachrichtenagentur, es gebe keine Isis-Angehörige mehr in der Stadt. Augenzeugenberichten zufolge war dies jedoch nicht der Fall.

Die im vergangenen Jahr aus einem Zusammenschluss des irakischen und des syrischen Al-Kaida-Flügels hervorgegangene Gruppe kontrolliert mittlerweile große Teile der überwiegend von Sunniten bewohnten Provinz Anbar. Diese grenzt an das Bürgerkriegsland Syrien, wo ebenfalls Al-Kaida-Kämpfer aktiv sind. Das ist auch eine Folge der instabilen Nachkriegsordnung im Irak, die die amerikanischen Truppen nach ihrem Abzug vor zwei Jahren hinterlassen haben.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa/AFP