Politik

UN-Sanktionen zum Trotz Kim lässt neue Raketenteile bauen

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Kim Jong Un lässt sich feiern: Sein Rüstungsprogramm treibt er trotz des Streits mit den USA weiter voran.

(Foto: AP)

Nach dem verbalen Schlagabtausch mit den USA zeichnet sich zuletzt eine Entspannung im Streit um Nordkoreas Raketenprogramm ab. US-Außenminister Tillerson lobt Pjöngjang für seine "Zurückhaltung" - doch von militärischer Abrüstung kann keine Rede sein.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat nach Darstellung des isolierten Staates den Bau weiterer Raketenteile angeordnet. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete, Kim habe bei einem Institut unter anderem Raketenantriebe in Auftrag gegeben. Die Ausweitung der Produktionskapazität sei mit Hilfe von Kohlefasermaterialien möglich. Von verbalen Angriffen gegen die USA wie in den vergangenen Wochen war keine Rede.

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US-Außenminister Rex Tillerson.

(Foto: REUTERS)

US-Außenminister Rex Tillerson hatte Nordkorea zuletzt gelobt, weil sich die Regierung nach seiner Einschätzung seit der Verabschiedung einer UN-Resolution zurückgehalten hat. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass in Zukunft ein Dialog möglich sein könnte. Nordkorea hatte Ende Juli trotz internationaler Verbote erneut eine Interkontinentalrakete getestet, die Experten zufolge auch die USA hätte erreichen können.

Tillerson sagte nun, seit der Verabschiedung der UN-Resolution habe es von Nordkorea keine Raketenstarts oder andere Provokationen mehr gegeben. Er sei zufrieden, dass sich Pjöngjang anders als früher zurückhalte. "Sie müssen noch mehr tun, aber ich weiß ihre bisherigen Schritte zu würdigen." Tillersons Ministerium hatte in diesem Monat erklärt, Nordkorea müsse noch einen weiten Weg gehen, bevor die US-Regierung Gespräche überhaupt erwäge.

Gespräche in weiter Ferne

Die USA hatten gemeinsam mit China, Russland, Japan und Südkorea in den sogenannten Sechs-Parteien-Gesprächen bereits mit Nordkorea verhandelt. Angedacht war, dass die Führung in Pjöngjang ihr Atomprogramm einstellt und dafür diplomatische Erleichterungen und Hilfe bei der Energieerzeugung bekommt. Die Verhandlungen wurden jedoch im Jahr 2008 abgebrochen.

Zuletzt trieb Nordkorea sein Rüstungsprogramm wieder deutlich stärker voran: Seit Anfang 2016 führte es zwei Atomtests durch und erprobte Dutzende Raketen. Am Dienstag hatte ein nordkoreanischer Diplomat auf einer Abrüstungskonferenz in Genf die Haltung seines Landes bekräftigt. So lange sich die USA feindlich verhielten und mit Atomwaffen drohten, werde man über die eigene nukleare Abschreckung nicht verhandeln.

Quelle: ntv.de, jug/rts