Politik

Bei Weigerung setzt es Strafe Kitas sollen künftig Impfverweigerer melden

Seit einigen Monaten sind Eltern dazu verpflichtet, sich vom Kinderarzt über Impfungen aufklären zu lassen. Wer sich dieser Auflage widersetzt, soll künftig von den Kitas gemeldet werden - und mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Die Bundesregierung bereitet ein Gesetz gegen Impfmüdigkeit vor. Wie aus dem Entwurf des Gesetzes hervorgeht, sollen Kindertagesstätten dazu verpflichtet werden, Eltern beim Gesundheitsamt zu melden, die sich der verpflichtenden Impfberatung verweigern. Als Strafe drohen laut "Bild"-Zeitung dann 2500 Euro.

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Die Bundesregierung will erreichen, dass sich die Deutschen impfen lassen. Eine Pflicht dazu besteht jedoch nicht.

(Foto: picture alliance / Daniel Karman)

Das Gesetz soll bereits in der kommenden Woche vom Bundestag verabschiedet werden. Widerstand regt sich im Bundesrat. Gesundheitsminister Hermann Gröhe sagte der "Bild"-Zeitung: "Dass noch immer Menschen an Masern sterben, kann niemanden kalt lassen. Deshalb verschärfen wir jetzt die Regelungen zum Impfschutz."

Erst am vergangenen Wochenende war eine 37-jährige Frau in Essen an Masern gestorben. Die Frau war als Kind einmalig geimpft worden. Es war nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) der erste Maserntodesfall des Jahres. Zuletzt war in Deutschland 2015 und 2011 je ein Mensch gestorben.

Beratung ist Pflicht, Impfen nicht

Laut RKI schwankt die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland von Jahr zu Jahr stark. So wurden 2016 bundesweit 323 Fälle registriert. 2015 waren es 2464. Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden und als Kind keine oder nur eine Impfung erhalten haben, sollten eine Standardimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln nachholen.

Masern sind hoch ansteckend. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betont, dass eine Maserninfektion keine harmlose "Kinderkrankheit" sei: Bei etwa jedem zehnten Betroffenen träten Komplikationen auf. Nach Angaben des RKI endet im Schnitt jede tausendste Erkrankung tödlich.

Seit September 2016 müssen Eltern verpflichtend eine Impfberatung beim Kinderarzt wahrnehmen. Eine Impfpflicht besteht dagegen nicht. Eine solche hält die Bundesregierung für nicht nötig.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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