Politik

Nach Tröglitzer Brandanschlag Landrat steht unter Polizeischutz

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Ulrich (CDU) am 31. Mai im Veranstaltungszentrum in Alttröglitz.

(Foto: dpa)

Drohungen, Aufklärungsversuche, ein Brandanschlag und weitere Drohungen. Nach dem Brandanschlag von Tröglitz müssen nicht nur Flüchtlinge um ihre Sicherheit fürchten. Auch für den zuständigen Landrat werden Schutzmaßnahmen ergriffen.

Nach dem Brandanschlag auf ein noch nicht bezogenes Flüchtlingsheim in Tröglitz in Sachsen-Anhalt steht der zuständige Landrat Götz Ulrich unter besonderem Schutz. Das bestätigte Innenminister Holger Stahlknecht. Zuvor hatte der Landrat des Burgenlandkreises in einem Interview von n-tv.de berichtet, dass er bedroht werde: "Das nimmt unangenehme Formen an. Das geht sogar so weit, dass die Methoden der Französischen Revolution angedroht werden", sagte Ulrich.

Der Landrat ist zuständig für die Unterbringung von Asylbewerbern im Burgenlandkreis. Noch am vergangenen Dienstag hatte der CDU-Politiker auf einer Einwohnerversammlung in Tröglitz über die Pläne für die Asylbewerberunterkunft informiert. Der Dachstuhl des Hauses ging in der Nacht zum Samstag in Flammen auf.

Ausländerfeindlichkeit wahrscheinlich

Wer das Haus in Brand gesetzt hat, ist weiter unklar. Die Polizei sucht weiter nach den Tätern. Bislang gebe es "noch keine konkreten Hinweise", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen-Anhalt. Nach dem Anschlag in der Nacht zum Samstag war eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der Polizei in Halle/Saale und des LKA in Magdeburg gebildet worden. Beim LKA werden die Ermittlungen vom polizeilichen Staatsschutz geführt, da der Verdacht auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund der Tat besteht.

Ziel der Täter war ein weitgehend leerstehendes Gebäude in Tröglitz, in dem ab Mai Asylbewerber untergebracht werden sollten. Bei dem Brand wurden der gesamte Dachstuhl beschädigt sowie weitere Teile des Hauses in Mitleidenschaft gezogen. Zwei deutsche Bewohner des ansonsten leerstehenden Wohngebäudes wurden von Nachbarn rechtzeitig gewarnt und konnten unverletzt ihre Wohnung verlassen.

Tröglitz war bereits Anfang März in die Schlagzeilen geraten, als der ehrenamtliche Ortsbürgermeister Markus Nierth zurücktrat, nachdem er und seine Familie wegen der Asylbewerberunterkunft von Rechtsextremen bedroht worden waren.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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