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Nato sei "Eliteklub von Staaten" Lawrow fordert neue Weltordnung

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Russlands Außenminister Lawrow warb für bessere Beziehungen seines Landes zu den USA.

(Foto: dpa)

Der russische Außenminister sieht die Welt unter der Fuchtel eines "Eliteklubs von Staaten" - der Nato. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wirbt er daher für eine Neuordnung der internationalen Beziehungen. Auch mit Blick auf die USA.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine neue Weltordnung geworben, in der die Staaten des Westens weniger Einfluss haben sollen. Er strebe eine "post-westliche Weltordnung" an, sagte Lawrow. Kennzeichen einer solchen neuen Weltordnung müsste es sein, "dass jedes Land durch seine eigene Souveränität definiert wird".

Gleichzeitig übte Lawrow deutliche Kritik an der Nato: "Die Nato ist nach wie vor eine Institution des Kalten Krieges, sowohl im Denken als auch im Herzen", sagte er laut offizieller Übersetzung. Dass eine Art "Eliteklub von Staaten" die Welt regiere, könne langfristig nicht funktionieren.

"Pragmatisches Verhältnis zu USA"

Parallel zu seiner deutlichen Kritik an der Nato hat der russische Außenminister für bessere Beziehungen zwischen den USA unter der neuen Regierung von Donald Trump und Russland geworben. Moskau wolle ein "pragmatisches" Verhältnis zu Washington aufbauen, sagte der Minister. Wichtig seien dabei "der gegenseitige Respekt und die Anerkennung unserer Verantwortung für die weltweite Stabilität".

Trump hatte im Wahlkampf für eine Annäherung an Russland geworben, er will das Land etwa für ein gemeinsames Vorgehen gegen den internationalen Terrorismus gewinnen. Auch sein Vizepräsident Mike Pence hatte sich in München offen für bessere Beziehungen gezeigt, zugleich aber Kritik an der russischen Politik etwa in der Ukraine geübt.

Kritik aus Russland an US-Vize

Nach dem Auftritt des US-Vizepräsidenten gab es von russischer Seite daher auch Kritik: Es sei eine Enttäuschung, dass Pence von Russland die Einhaltung der Minsker Vereinbarungen zur Ostukraine gefordert habe, schrieb Senator Konstantin Kossatschow am Samstag auf Facebook. "Angesichts dieses Mantras hängt die erklärte Bereitschaft, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, in der Luft." Moskau erwarte von Washington eine konstruktivere und durchdachtere Haltung zur Ukraine, erklärte der Vorsitzende des Außenausschusses im russischen Föderationsrat.

Im Krieg in der Ostukraine sieht sich Russland als Vermittler, nicht als Konfliktpartei. Die Festlegung der Minsker Vereinbarungen auf einen Abzug ausländischer Truppen bezieht Russland nicht auf sich. Der Minsk-Plan von 2015 zielt auf eine Befriedung des seit 2014 andauernden bewaffneten Konflikts im Osten der Ukraine ab, wo Regierungstruppen gegen prorussische Separatisten kämpfen.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/AFP

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