Politik

"Akzeptieren keinen Staatsstreich" Lawrow macht sich für Venezuela stark

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Russlands ausgestreckte Hand: Nicaraguas Präsident Daniel Ortega empfängt Sergej Lawrow in Managua.

(Foto: REUTERS)

Es ist eine unverhüllte Drohung - und eine offene Provokation: Bei seiner Tour durch lateinamerikanische Staaten beschwört Moskaus Außenminister die Angst vor einem Umsturz in Venezuela. Präsident Maduro kann auf den Schutz Moskaus hoffen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat auf seiner Lateinamerikareise der linksgerichteten Regierung Venezuelas den Rücken gestärkt. Russland werde einen Umsturzversuch in dem Land nicht hinnehmen, sagte Lawrow bei einem Besuch in Nicaragua.

Die USA hatten die Lage in Venezuela zuletzt als Bedrohung eingestuft und Sanktionen gegen ranghohe Funktionäre verhängt. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte in den vergangenen Monaten an Rückhalt verloren. Er wirft den Vereinigten Staaten vor, gemeinsam mit der Opposition auf den Sturz seiner Regierung hinzuarbeiten.

"Wir akzeptieren keinen Staatsstreich, keine gewalttätigen Aktionen und vor allem keinen Umsturz als Form des Machtwechsels", sagte Lawrow. Russland verteidige das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten und die Herrschaft des internationalen Rechts, betonte Putins Außenminister.

Keine Gedanke an die Krim

In den europäischen Hauptstädten dürfte Lawrow mit solchen Aussagen Verwunderung auslösen. Mit Blick auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und Russlands Rolle im Osten der Ukraine wirken Hinweise auf das Prinzip der Nichteinmischung und die Herrschaft des internationalen Rechts geradezu zynisch.

In Lateinamerika kann sich Lawrow allerdings der Wirkung seiner Worte sicher sein: Die USA haben hier in den 1960er, 70er und 80er Jahren der Geschichte ihrer Lateinamerikapolitik mehrere unrühmliche Kapitel hinzugefügt.

Russland stimmt sich mit Nicaragua ab

Die Schatten der Vergangenheit könnten nun auf die Vereinigten Staaten zurückfallen und den Spielraum der US-Politik in der Region einengen. Mit dem nicaraguanischen Präsident Daniel Ortega beriet Moskaus Chefdiplomat über gemeinsame Projekte im Bereich der Landwirtschaft, Infrastruktur, Pharmazie und Luftfahrt. Lawrow sagte, Russland wolle die Zusammenarbeit zu Nicaragua stärken und sich in internationalen Fragen künftig stärker mit dem mittelamerikanischen Partner abstimmen.

Nicaragua ist einer der engsten Verbündeten Russlands in der Region. Zuletzt vereinbarten beide Länder eine militärische Kooperation. Mit einem Besuch in Guatemala wird der russische Außenminister am Donnerstag seine Lateinamerikareise beenden, die in zuvor nach Kuba und Kolumbien geführt hatte.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa