Politik

Tote trotz Waffenruhe Litauen hilft Ukraine mit Rüstungsgütern

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Ein ausgebrannter Panzer der ukrainischen Armee am Straßenrand in der Nähe von Luhansk. Kiew benötigt dringend militärische Unterstützung - die soll jetzt aus Litauen kommen.

(Foto: REUTERS)

Schulterschluss unter ehemaligen Sowjet-Republiken: Litauen hilft der Ukraine offenbar, indem es das Land mit Rüstungsgütern beliefert. Die Kämpfe im Osten der Ukraine fordern unterdessen weitere Opfer.

Litauen wird nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko die ukrainischen Streitkräfte mit Rüstungsgütern für den Kampf gegen die prorussischen Separatisten unterstützen. "Das ist eine echte Hilfe", sagte Poroschenko nach Gesprächen mit der litauischen Präsidentin Dali Grybauskaite in Kiew.

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Petro Poroschenko begrüßt Dalia Grybauskaite in Kiew.

(Foto: AP)

Um welche Rüstungsgüter es sich handelt, sagte er nicht. Daher war unklar, ob Litauen nur Ausrüstungsgüter liefern wird, die keine tödliche Wirkung haben, oder ob auch Waffen dazugehören. Auch die Lage zwischen Litauen und Russland ist angespannt. Präsidentin Grybauskaite hatte Russland als "terroristischen Staat" bezeichnet. In der Folge ließ die russische Regierung die Grenze zu dem kleinen Nachbarland für Güter und Fahrzeuge schließen.

50 Angriffe in 24 Stunden

Ungeachtet einer im September vereinbarten Waffenruhe dauern die Kämpfe im Osten der Ukraine an. Nach Angaben des ukrainischen Militärs gab es allein in den vergangenen 24 Stunden über 50 Angriffe auf Stellungen der Regierungstruppen nahe den Städten Donezk und Luhansk. Dabei seien drei Soldaten getötet worden. Seit Beginn der Waffenruhe Anfang September wurden damit nach ukrainischen Angaben rund 150 Soldaten bei Gefechten getötet.

Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten auch mit Soldaten und Waffen zu unterstützen. Die Führung in Moskau bestreitet das. Am Freitag hatte ein ranghoher Funktionär der prorussischen Separatisten in der Ostukraine eingeräumt, dass die Rebellen im großen Stil von Russland finanziert werden.

Die Regierung in Kiew hatte nach den nicht anerkannten Wahlen Anfang November alle Zahlungen in die Separatistengebiete eingestellt. Die baltischen Staaten, die nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurden und inzwischen der Nato angehören, fühlen sich durch das Vorgehen Russlands in der Ukraine-Krise bedroht. Die Nato-Führungsmacht USA versorgt die Ukraine bereits mit Rüstungsgütern, die keine tödliche Wirkung haben.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts