Politik

Steuervorwürfe gegen FN-Chefin Marine Le Pen soll Vermögen kaschiert haben

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Marine Le Pen spaltet mit ihren rechtspopulistischen Thesen die französische Nation.

(Foto: dpa)

Sie gilt als aussichtsreiche Kandidatin auf die französische Präsidentschaft 2017. Die rechtspopulistische Marine Le Pen könnte nun aber über eine Steueraffäre stolpern. Le Pen und ihr Vater sollen gemeinsames Vermögen falsch deklariert haben.

Vater und Tochter Le Pen stehen unter einem bösen Verdacht: Der Parteigründer des rechtspopulistischen Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, und die Parteivorsitzende Marine Le Pen sollen falsche Angaben zu ihren Vermögensverhältnissen gemacht haben. Die Behörde für die Transparenz des öffentlichen Lebens geht nach eigenen Angaben Hinweisen nach, wonach beide Politiker für das Steuerjahr 2014 ihren gemeinsamen Immobilienbesitz "offensichtlich unterbewertet" hätten. Die Steuerfahndung sei eingeschaltet worden. Marine Le Pen teilte in einer ersten Reaktion mit, sie werde Berufung beim Staatsrat einlegen.

Bei einer Verurteilung wegen einer falschen Vermögenssteuererklärung drohen eine Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro, Haft bis zu drei Jahren und zehn Jahre Entzug des passiven Wahlrechts. Marine Le Pen hätte nach den aktuellen Umfragen gute Chancen, bei der Präsidentschaftswahl 2017 in die Stichwahl einzuziehen. Die Bestimmungen, nach denen Volksvertreter zur Offenlegung ihrer Vermögensverhältnisse verpflichtet sind, wurden 2013 verschärft. Jean-Marie und Marine Le Pen sind davon als Europa-Parlamentarier betroffen.

Nach Einschätzung der Behörde für die Transparenz des öffentlichen Lebens wurde der Besitz des FN-Gründers um mehr als eine Million Euro unterbewertet, der seiner Tochter um mehrere hunderttausend Euro. Jean-Marie Le Pen soll ein Konto in der Schweiz und Goldbarren verschwiegen haben. Die Pariser Behörde übergab die Akten den Finanzbehörden, weil sie "strafrechtlich relevant" sein könnten.

Der FN-Gründer und langjährige Partei-Chef Jean-Marie Le Pen wurde im Sommer von der Partei ausgeschlossen, an deren Spitze seit 2011 die Tochter steht.

Quelle: ntv.de, shu/dpa/rts