Politik

Wirtschaft in der Pflicht Merkel fordert Anti-Brexit-Kampf

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Gemeinsames Handeln: Das fordert Kanzlerin Merkel von der deutschen Wirtschaft.

(Foto: dpa)

Vor den Austrittsverhandlungen mit Großbritannien deutet vieles auf einen "harten" Brexit hin. Bundeskanzlerin Merkel appelliert vorab an die Industrie und fordert ein gemeinsames Handeln - im Interesse des Binnenmarkts.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft bei den Brexit-Verhandlungen gefordert. Sicher sei man aus vielen Gründen weiter an einem guten Verhältnis mit Großbritannien interessiert, sagte sie beim Neujahresempfang der IHK Köln.

Aber wenn Großbritannien die vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarktes nicht akzeptieren wolle, dass könne es keinen vollen Zugang mehr erhalten, sagte Merkel einen Tag bevor die britische Premierministerin Theresa May Grundlinien des britischen EU-Austrittskurses vorstellt. Die britische Regierung will die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus EU-Staaten einschränken.

"Ich bitte Sie als Vertreter der Wirtschaft, dass wir da gemeinsam handeln", appellierte Merkel an die Unternehmen. "Denn wenn sich einmal herausstellt, dass man den vollen Zugang zum Binnenmarkt auch bekommen kann, wenn man sich bestimmte Dinge aussucht, dann wird sehr schnell der Binnenmarkt als solcher (...) in Gefahr geraten, weil sich jedes Land dann seine Rosinen herauspickt", sagte sie mit Blick auf die anderen 27 EU-Staaten. Das müsse verhindert werden. "Deshalb müssen Politik und Wirtschaft hier sehr gemeinsam agieren und handeln."

May umreißt Pläne

Die britische Premierministerin Theresa May wird am Mittag (gegen 12.45 Uhr MEZ) in einer Grundsatzrede ihre Brexit-Pläne vorstellen. Britische Medien erwarten einen klaren Bruch mit der Europäischen Union, einen sogenannten harten Brexit. May wird demnach eine harte Linie beim Thema Arbeitnehmerfreizügigkeit von EU-Bürgern ankündigen.

Sie soll in ihrer Rede auch die Bereitschaft signalisieren, Großbritannien aus dem europäischen Binnenmarkt zu führen. Ein Regierungssprecher wies solche Berichte als "Spekulationen" zurück. Viele Kommentatoren gehen allerdings davon aus, dass May sich nicht in die Karten schauen lässt.

Quelle: n-tv.de, jgu/rts/dpa

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