Politik

VIP-Hubschrauber nicht startklar Merkel muss auf Luxus verzichten

Stoffbänke statt Ledersitze, Urinal statt Toilette: Die Bundeskanzlerin muss bei Flügen mit dem Hubschrauber weiterhin auf zusätzlichen Komfort verzichten. Denn der Superpuma der Luftwaffe ist immer noch nicht einsatzbereit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett müssen wohl weiterhin auf ihren Luxus-Hubschrauber Superpuma verzichten. Denn nach der Helikopter-Katastrophe vor Norwegen im April dieses Jahres kann Hersteller Airbus immer noch nicht sagen, in welchen Modellen das mangelhafte Getriebeteil eingebaut worden ist, das mutmaßlich den Unfall mit 13 Toten verursacht hatte. Darüber berichtet "Spiegel-Online".

Airbus
Airbus 94,99

Die Luftwaffe fliegt den Superpuma in einer besonderen VIP-Edition mit dem Namen Cougar. Bereits seit dem Sommer müssen die drei Modelle der Luftwaffe am Boden bleiben. Zunächst hatte die Bundeswehr die Hubschrauber vorübergehend stillgelegt. Doch nun müssen Merkel und Kollegen auf unbestimmte Zeit auf ihre luxuriösen Airbus-Helikopter verzichten.

Stattdessen müssen die Politiker einen Helikopter der Bundespolizei nutzen, manchmal auch die altersschwachen CH-53-Hubschrauber der Bundeswehr. Für die Truppe ist das eine Belastung. Denn der Fuhrpark von Senkrechtstartern ist bei der Bundeswehr knapp bemessen. Laut internen Statistiken sind nur 20 Prozent der Hubschrauber einsatzbereit.

Das Verteidigungsressort hingegen will keine größeren Probleme erkennen. Auf Fragen des Grünen-Haushälters Tobias Lindner antwortete das Ministerium laut "Spiegel": Der Ausfall der Cougars könne derzeit noch durch anderes Fluggerät "ausgeglichen" werden. Für die VIP-Passagiere bringe der Umstieg auf die CH-53 lediglich "Abstriche im Passagierkomfort" mit sich.

In der CH-53 sitzen die Politiker statt in blauen Ledersitzen auf ausklappbaren Stoffbänken. Statt einer Toilette gibt es drei sogenannte Bedürfnisrohre und ein Urinal hinter einem Vorhang an der Laderampe.

Quelle: ntv.de, kpi