Politik

"Wir teilen Ihren Schmerz" Merkel spricht Angehörigen Beileid aus

Nach dem Amoklauf von München dankt Kanzlerin Merkel den Sicherheitskräften und lobt die Münchner für ihre Hilfsbereitschaft. "In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke", so Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Angehörigen der Opfer von München das Mitgefühl der Bundesregierung ausgesprochen. "Wir alle trauen mit schwerem Herzen um die, die nie mehr zu ihren Familien zurückkehren werden", sagte die Kanzlerin nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts.

Sie sprach von einem Abend und einer Nacht des Schreckens. An die Hinterbliebenen gewandt sagte Merkel: "Wir teilen Ihren Schmerz, wir denken an Sie, wir leiden mit Ihnen." Den Verletzten des Amoklaufs von München wünschte sie rasche und vollkommene Genesung.

Einzelheiten über die Ermittlungen mitzuteilen überließ die Kanzlerin Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der kurz nach ihr vor die Presse treten wollte. De Maizière tausche sich mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann aus, sagte Merkel, sie selbst stehe im engen Kontakt zu Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Zusammenarbeit der bayerischen Behörden mit denen des Bundes sei von Anfang an eng gewesen. Auch Seehofer hatte sich zuvor ähnlich geäußert.

Auch Hintergründe der Tat von Würzburg sollen aufgeklärt werden

"So ein Abend, so eine Nacht, sind schwer zu ertragen, für jeden von uns", sagte Merkel weiter. "Sie sind umso schwerer zu ertragen, als wir so viele Schreckensnachrichten binnen ganz weniger Tage hinnehmen mussten." Sie sprach den Terroranschlag von Nizza an, wo ein Tunesier mit einem Lkw 84 Menschen getötet hatte, und den "unfassbar grausamen Axtangriff" in einem Regionalzug bei Würzburg.

Merkel betonte, "die genauen Hintergründe und Motive, die diesen Mann, der vor gut einem Jahr als Flüchtling nach Deutschland gekommen war, islamistisch radikalisiert und bei seiner Tat geleitet haben", würden intensiv aufgeklärt. Sie könne jeden verstehen, der angesichts einer Menschenmenge "beklommen" reagiere und daran denke, was passieren könne. "Was kann uns in solchen Momenten Zuversicht geben?", fragte Merkel. Und gab sich selbst die Antwort: "Ich denke dabei zuerst an unsere großartigen Sicherheitskräfte."

Merkel dankte sie den Sicherheitskräften, die "hochprofessionell" gearbeitet hätten. Die Polizei habe "im besten Sinne" als "Helfer und Beschützer der Bürgerinnen und Bürger" gehandelt. Merkel dankte auch den Münchnern, weil sie den Anweisungen der Polizei nachgekommen seien und außerdem Mitbürgern beigestanden hätten, indem sie ihre Wohnungen öffneten. "In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke", so die Kanzlerin.

In sozialen Netzwerken hatten zuvor zahlreiche Nutzer kritisiert, dass Merkel so lange geschwiegen hatte. Die Stellungnahme um 14.30 Uhr im Kanzleramt war ihr erster öffentlicher Auftritt nach dem Amoklauf von München.

Quelle: n-tv.de, hvo

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