Politik

Atlantik, Mittelmeer, Pazifik Moskau kündigt mehrere Marinemanöver an

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Russische Kriegsschiffe sollen bald in Atlantik, Arktis, Pazifik und Mittelmeer an dem Manöver beteiligt werden.

(Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Die Spannungen zwischen Russland und den USA in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt nehmen zu. Der Westen droht Moskau seit Wochen mit massiven Konsequenzen. Nun will Russland ein großes Manöver starten - 10.000 Soldaten sollen teilnehmen.

Inmitten der Spannungen mit der Ukraine und ihren westlichen Partnern hat Russland groß angelegte Marinemanöver in Atlantik, Arktis, Pazifik und Mittelmeer angekündigt. An den für Januar und Februar geplanten Übungen seien insgesamt mehr als 140 Schiffe, mehr als 60 Flugzeuge und etwa 1000 Stück anderer militärischer Ausrüstung beteiligt, teilte das russische Verteidigungsministerium nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. Etwa 10.000 Soldaten sollen demnach teilnehmen.

Wegen massiver russischer Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze befürchtet der Westen einen bevorstehenden russischen Einmarsch in die Ukraine. Moskau argumentiert, dass der Truppenaufmarsch auf russischem Staatsgebiet stattfinde und daher "niemanden" bedrohe. Der Westen droht Moskau seit Wochen mit massiven Konsequenzen, sollte es zu einem Einmarsch in die Ukraine kommen.

Die diplomatischen Bemühungen zur Eindämmung der Krise laufen derzeit auf Hochtouren. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock empfing US-Außenminister Antony Blinken, ihren französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian sowie Großbritanniens Vize-Außenminister James Cleverly zu Beratungen in Berlin. Am Freitag steht ein Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Genf auf Blinkens Programm.

EU droht mit Wirtschafts- und Finanzsanktionen

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen warnte Russland unterdessen vor einer Fehlkalkulation im Ukraine-Konflikt. Für Russland seien die Wirtschaftsbeziehungen zur EU "sehr viel wichtiger" als umgekehrt, betonte von der Leyen bei einer Online-Veranstaltung des Weltwirtschaftsforums (WEF). "Sollte sich die Situation verschlechtern und sollte es weitere Angriffe auf die territoriale Integrität der Ukraine geben, werden wir mit massiven Wirtschafts- und Finanzsanktionen reagieren." Die EU sei "bei Weitem der wichtigste Handelspartner Russlands" und zudem der "größte Investor" in dem Land, unterstrich von der Leyen. "Und ja, diese Handelsbeziehung ist für uns wichtig. Aber für Russland ist sie viel wichtiger."

Vor allem Deutschland und Frankreich werben in der Krise für eine Wiederbelebung des sogenannten Normandie-Formats. Bei ihrem Besuch in Moskau in dieser Woche warb Bundesaußenministerin Annalena Baerbock dafür, das Format wieder in Gang zu bringen, auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte seine Bereitschaft, Gespräche in dieser Formation zu führen. Dem Normandie-Format gehören Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine an; Ziel ist die Befriedung des Konflikts in der Ostukraine. Dort stehen sich seit 2014 prorussische Separatisten und die ukrainische Armee in einem militärischen Konflikt gegenüber. Kiew und der Westen werfen Moskau vor, die Separatisten mit Waffen zu unterstützen, was der Kreml bestreitet.

Quelle: ntv.de, lve/AFP

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