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USA für Intervention bereit Moskau will über Nordkorea verhandeln

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Präsident Putin auf der G-20-Konferenz. Lange hat Russland Verurteilungen gegen Nordkorea abgelehnt.

(Foto: picture alliance / Alexei Druzhi)

Moskau lehnt Verhandlungen mit den USA über Nordkorea nicht mehr ab. Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests soll eine UN-Resolution mit "schärferen Antworten" drohen. Zum Auftakt des G20-Gipfels beraten sich die USA auch mit China und Südkorea.

Russland ist zu Gesprächen mit den USA über eine neue UN-Resolution gegen die autoritäre Führung in Nordkorea bereit. Sobald Vorschläge auf dem Tisch lägen, werde darüber beraten, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Am Vortag des G20-Gipfels verhandelt sind sich die USA mit China und Südkorea einig,  dass es strengere Sanktionen bedürfe.

Russland sei prinzipiell für eine friedliche Lösung des Konflikts, betonte sie. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor in einer Dringlichkeitssitzung über mögliche Reaktionen auf jüngste nordkoreanische Raketentests beraten. Die US-Botschafterin Nikki Haley kündigte eine Resolution mit "schärferen internationalen Antworten" an.

Haley sagte, die USA seien bereit, in dem Konflikt die "volle Bandbreite" der Möglichkeiten zu nutzen. Dies schließe das Militär mit ein. Die UN-Vetomächte Russland und China hatten sich mehrfach gegen neue Sanktionen ausgesprochen. Der Moskauer Sicherheitsexperte Alexej Arbatow von der Akademie der Wissenschaften sagte, er halte eine militärische Intervention der USA für unwahrscheinlich.

"Niemand hat ein reelles Interesse an einem neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel", sagte er. Sollte es dennoch so weit kommen, wäre das auch für Russland eine Gefahr. Russland grenzt in seinem fernen Osten an Nordkorea. Am Vortag hatte Außenminister Sergej Lawrow vor Chaos gewarnt, das eine Intervention auslösen könnte.

USA trifft auf China und Südkorea

US-Präsident Donald Trump ist am Vorabend des G20-Gipfels in Hamburg mit Japans Regierungschef Shinzo Abe und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zusammengetroffen. Die drei wollten Möglichkeiten zur Lösung des Konflikts in Nordkorea erörtern. Zuvor hatte Moon bereits in Berlin mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping gesprochen. Beide Seiten seien sich einig gewesen, dass es strengere Sanktionen gegen Nordkorea bedürfe, hieß es aus Südkorea.

Nordkorea hat den Westen und seine Nachbarn mit fortlaufenden Raketentests provoziert. Zuletzt testete die kommunistische Führung in Pjöngjang nach eigenen Angaben mit Erfolg erstmals eine Interkontinentalrakete.

Trump hatte in Warschau erklärt, es gebe einige "sehr ernste Überlegungen" zur Konfliktlösung in Nordkorea. "Die USA werden dem sehr schlechten Verhalten Nordkoreas begegnen", kündigte er an. "Etwas muss getan werden." Verteidigungsminister James Mattis sagte in Washington, er wolle weiterhin auf Diplomatie setzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich vor einer Unterredung mit Moon ebenfalls für schärfere Sanktionen ausgesprochen. "Wir sehen, dass von Nordkorea eine große Gefahr für den Weltfrieden ausgeht", sagte Merkel.

Quelle: n-tv.de, vni/dpa

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