Politik

Nach Nowitschok-Vergiftung Nawalny nennt Kosten für seine Behandlung

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Nawalny ist noch nicht vollständig genesen und macht in Berlin derzeit eine Reha-Maßnahme.

(Foto: dpa)

Der russische Kreml-Kritiker Nawalny legt offen, wie viel sein Flug nach Deutschland und seine Behandlung in Berlin nach einem Giftanschlag gekostet haben. Die Rechnung beläuft sich auf einen sechsstelligen Betrag - und wird Nawalny zufolge von vier verschiedenen Privatpersonen beglichen.

Nach Ende seiner Behandlung an der Berliner Charité hat der vergiftete Kreml-Kritiker Alexej Nawalny die Kosten dafür offengelegt. Laut einem Beitrag bei Instagram hat der Flug nach Deutschland 79.000 Euro gekostet und wurde von dem russischen Unternehmer Boris Zimin übernommen. Die Rechnung für die Behandlung im Krankenhaus belaufe sich auf 49.900 Euro und werde von drei Personen gezahlt: dem Unternehmer Evgeny Chichvarkin, dem Wirtschaftswissenschaftler Sergey Aleksashenko und dem IT-Spezialisten Roman Ivanov.

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Unklar sei hingegen noch, wie viel die weitere Unterbringung und Behandlung nach dem Krankenhausaufenthalt kosten werden, schreibt Nawalny. Zuletzt habe er sich im Krankenhaus weiteren Tests unterziehen müssen - diese Rechnung werde ebenfalls Chichvarkin übernehmen. "Ich habe versprochen, es Ihnen zu sagen. Ich sage es", schrieb Nawalny auf Instagram zur Offenlegung der Kosten. Gleichzeitig forderte er dazu auf, auch "Putins Beamte" zu fragen, wer für deren Behandlungskosten in europäischen Kliniken aufkomme. "Vielleicht antworten sie auch?"

Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Er wurde nach Angaben von Speziallaboren mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Nach einer Notlandung in der sibirischen Stadt Omsk wurde er auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt. Dort lag er wochenlang im Koma. Der 44-Jährige hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen, ist aber noch nicht vollständig genesen und machte in der deutschen Hauptstadt zuletzt eine Reha-Maßnahme. Laut dem SWR hält sich Nawalny derzeit jedoch zur Erholung im Schwarzwald auf.

Die EU hat die wegen des Giftanschlags auf Nawalny beschlossenen Sanktionen gegen Gefolgsleute des russischen Präsidenten Wladimir Putin mittlerweile in Kraft gesetzt. Zu den Betroffenen zählen nach Angaben aus dem Amtsblatt der Europäischen Union unter anderem Inlandsgeheimdienst-Chef Alexander Bortnikow sowie der Vizechef der Präsidialverwaltung, Sergej Kirijenko.

Zudem steht ab sofort auch der Putin-Vertraute Jewgeni Prigoschin auf der EU-Sanktionsliste. Dem Milliardär und früherem Koch des Präsidenten werden offiziell Verstöße gegen das UN-Waffenembargo gegen Libyen vorgeworfen. Prigoschin hat zudem auch Verbindungen zu Nawalny. So wirft Nawalny Prigoschin korrupte Machenschaften vor, womit er sich den einflussreichen Unternehmer zu einem mächtigen Feind gemacht hat.

Quelle: ntv.de, kst