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Vergeltung für Gaza-Raketen Netanjahu kündigt "massive Angriffe" an

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Israel will vermehrt "Terrorziele" in Gaza angreifen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem heftigen Raketenbeschuss Israels kündigt Benjamin Netanjahu eine Truppenverstärkung und "massive Angriffe auf Terrorziele" in Gaza an. Bei der neuerlichen Eskalation des Konflikts sind bereits mehrere Menschen gestorben.

Als Reaktion auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu weitere Vergeltungsangriffe auf Ziele von Islamistengruppen in dem Palästinensergebiet sowie eine Truppenverstärkung angekündigt. Er habe die Armee angewiesen, ihre "massiven Angriffe auf Terrorziele im Gazastreifen" aufrechtzuerhalten, sagte Netanjahu. Überdies solle die Armee die Truppen rund um den Gazastreifen "mit Panzern sowie Truppen von Artillerie und Infanterie" verstärken.

Am Gazastreifen kam es den dritten Tag in Folge zu Gewaltausbrüchen. Das israelische Militär erklärte, seit Freitag seien über 450 Raketen auf südisraelische Städte und Dörfer abgefeuert worden. Das Militär habe seinerseits etwa 220 Ziele angegriffen, die militanten Gruppen im Gazastreifen zugeordnet würden. Auf israelischer Seite wurde nach Behördenangaben ein Mensch getötet, die Palästinenser meldeten sechs Tote.

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Sonntag ihrerseits erneut Ziele im Gazastreifen an. Am Samstag hatten Kampfjets unter anderem ein Hauptquartier der Hamas sowie Raketenwerkstätten und Waffenlager zerstört. Israelische Medien berichteten, es seien auch gezielt Wohnhäuser ranghoher Mitglieder der Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad beschossen worden.

Eskalation vor dem ESC

Die Eskalation passiert nur eine Woche vor dem internationalen Gesangswettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv. Bisher blieb die Stadt von der jüngsten Runde der Gewalt verschont. Militante Palästinenserorganisationen drohten jedoch nach Medienberichten mit einer Ausweitung der Angriffe auch auf die Küstenmetropole. Ägypten bemühe sich um eine Waffenruhe.

Ein Sprecher der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Veranstalterin des ESC, sagte: "Sicherheit steht für die EBU immer an erster Stelle. "Man arbeite mit der israelischen Rundfunkanstalt KAN und der Armee zusammen, um die Sicherheit all jener zu gewährleisten, die mit uns in der Veranstaltungshalle Expo Tel Aviv zusammenarbeiten und sich uns anschließen." Die Lage wird weiterhin aufmerksam verfolgt.

Die USA verurteilten "den Schwall von Raketenangriffen der Hamas und des palästinensischen Islamischen Dschihads von Gaza auf unschuldige Zivilisten und ihre Gemeinden in Israel". Das Außenministerium erklärte: "Wir stehen zu Israel und unterstützen dessen Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Angriffe." Jordanien forderte dagegen ein sofortiges Ende der "israelischen Aggression" gegen Gaza.

Die Türkei rief die internationale Gemeinschaft wegen des Vorgehen Israels im Gazastreifen zum Handeln auf. Ziel müsse es sein, die durch "die unverhältnismäßigen Maßnahmen Israels" zugenommenen Spannungen in der Region abzubauen, erklärte das Außenministerium.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa/rts

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