Politik

"Eines der stärksten Bündnisse" Obama und Merkel loben ihre Freundschaft

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(Foto: REUTERS)

Schon vor dem offiziellen Beginn des G7-Gipfels begrüßen sich Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama. Dabei zelebrieren sie die deutsch-amerikanische Freundschaft - während sich Demonstranten in Sitzblockaden üben.

US-Präsident Barack Obama hat kurz vor dem Beginn des G7-Gipfels in Bayern die deutsch-amerikanische Freundschaft gewürdigt. "Heute morgen feiern wir eines der stärksten Bündnisse, das die Welt je gekannt hat", sagte er vor einigen Hundert Bewohnern vor dem Rathaus von Krün. "Ich bin in Dankbarkeit für die gemeinsame Geschichte hierher gekommen."

Obama verwies auf die große Zahl bayerischer Einwanderer in seiner Heimatstadt Chicago. Er müsse zugeben, dass er seine Lederhosen vergessen habe, so der Präsident. "Aber ich hoffe, dass ich die Möglichkeit haben werde eine Lederhosen zu kaufen."

Obama war in Krün von Bundeskanzlerin Angela Merkel kurz vor dem G7-Gipfel im benachbarten Schloss Elmau empfangen worden. Ungeachtet der Verstimmungen über die NSA/BND-Affäre hob auch sie die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Freundschaft hervor.

Merkel sagte, die USA seien "ein so wesentlicher Partner, dass wir eng kooperieren, weil wir es im gegenseitigen Interesse brauchen, weil wir es wollen und weil wir gemeinsame Werte teilen". Die Kanzlerin ergänzte: "Trotz mancher Meinungsverschiedenheiten, die wir heute haben, ist Amerika, sind die Vereinigten Staaten von Amerika unser Freund, unser Partner."

Tusk: Sanktionen bleiben

EU-Ratspräsident Donald Tusk rief kurz vor Gipfel-Beginn die G7-Staaten auf, im Ukraine-Konflikt die Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten. "Meine Absicht ist, dass wir heute die Einheit der G7 in der Sanktionspolitik bekräftigen", sagte Tusk. "Wenn jemand eine Diskussion über eine Änderung des Sanktionsregimes beginnen möchte, dann kann dies nur eine Diskussion über eine Verschärfung sein."

Russland ist wegen seiner Rolle in der Ukraine-Krise wie schon bei dem vorigen Gipfel der wichtigsten Industriestaaten vor einem Jahr nicht eingeladen. Der Konflikt ist eines der wichtigsten Themen des zweitägigen Treffens.

Alle Teilnehmer würden es bevorzugen, wenn Russland mit am Tisch säße, sagte Tusk. "Aber unsere Gruppe ist nicht nur eine politische und wirtschaftliche Interessengruppe, sondern an erster Stelle eine Gemeinschaft der Werte", fügte der Pole hinzu. "Und das ist der Grund, warum Russland heute nicht dabei ist und nicht eingeladen werden wird, so lange es sich aggressiv gegenüber der Ukraine und anderen Ländern verhält."

Griechenland bleibt Thema

Auch die griechische Finanzkrise wird die Staatenlenker beschäftigen. Merkel und der französische Präsident François Hollande telefonierten mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Das bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert. Wie es aus informierten Kreisen der Regierung in Athen hieß, vereinbarten die drei Politiker, sich am Mittwochabend in Brüssel am Rande des EU-Gipfels mit den Ländern Lateinamerikas und der Karibik zu treffen. Griechenland steht vor der Staatspleite.

Das Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen beginnt am Mittag auf Schloss Elmau und dauert bis Montagnachmittag. Eingeladen sind die Staats- und Regierungschefs der USA, Kanadas, Frankreichs, Italiens, Japans und Großbritanniens.

Der Gipfelort selbst ist weiträumig abgesperrt. Mehr als 20.000 Polizisten sind in Südbayern im Einsatz. Schloss Elmau bleibt eine demonstrationsfreie Zone.

G7-Demonstranten blockieren Zufahrt

Mit mehreren Sitzblockaden haben G7-Gegner unterdessen die Bundesstraße von Garmisch-Partenkirchen Richtung Elmau unpassierbar gemacht. Rund 50 Aktivisten ließen sich im Ort auf der Fahrbahn nieder. Die Polizei forderte sie vergeblich auf, die Straße freiwillig zu räumen. Anschließend kündigten die Polizisten an, alle 50 Gipfelgegner wegzutragen und in Gewahrsam zu nehmen.

Am Ortsausgang Richtung Mittenwald blockierten zur selben Zeit etwa zehn Demonstranten die B2. Unweit davon entfernt wurden nach Angaben der Polizei gegen 12.15 Uhr etwa 20 Aktivisten von der Straße weggetragen. Die Aktion habe etwa 20 Minuten gedauert.

Bereits am Samstag hatten G7-Gegner gegen Globalisierung, Armut und staatliche Überwachung demonstriert. Bei einer Auseinandersetzung während der Demonstration in Garmisch-Partenkirchen wurden mindestens ein Polizist sowie einzelne Demonstranten verletzt. Das Aktionsbündnis "Stop G7" sprach von massiver Polizeigewalt. Die Polizei gab an, sie sei provoziert worden.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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