Politik

Witze über Chinesen und Homoehe Oettinger wird Rassismus vorgeworfen

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Günther Oettinger ist EU-Digitalkommissar, künftig soll er das Ressort für Haushalt und Personal übernehmen.

(Foto: dpa)

Eine Rede von Günther Oettinger macht im Netz die Runde. Darin macht er sich über eine chinesische Delegation lustig. Auch über eine "Pflicht-Homoehe" spottet er. Viele finden das gar nicht lustig.

Eine Rede von Günther Oettinger hat für Aufregung gesorgt. Darin hat der künftige EU-Haushaltskommissar unter anderem Witze über chinesische Minister gemacht. Oettinger wird nun Rassismus vorgeworfen. Er war beim "EuropaAbend" des AGA Unternehmensverbands in Hamburg als Redner eingeladen. Von seinem Auftritt am Mittwoch gibt es ein Video. Der Verleger Sebastian Marquardt hat es gemacht und zwei Tage später bei Youtube reingestellt.

Marquardt schrieb, für einen EU-Kommissar seien Teile der Rede "bemerkenswert" gewesen. So habe der Digitalkommissar die Chinesen "Schlitzaugen und Schlitzohren" genannt. Vor denen sollte sich Europa in Acht nehmen, wenn es keine Freihandelsabkommen zustande bekomme. Das ist im Video allerdings nicht zu hören. Marquardt sagte, er habe die Aufnahme gestartet, nachdem diese Worte gefallen waren. Das Gleiche berichtete auch eine Nutzerin auf Twitter. Oettinger habe auf der Veranstaltung von "Schlitzaugen" gesprochen, schrieb sie. Auch sie warf Oettinger Rassismus vor.

Tatsächlich ist im Video zu hören, wie Oettinger von dem Besuch einer chinesischen Delegation erzählt. "Neun Männer, eine Partei, keine Demokratie. Keine Frauenquote, keine Frau - folgerichtig." Im Publikum gibt es Gelächter. "Alle: Haare von links nach rechts mit schwarzer Schuhcreme gekämmt",  schiebt der EU-Kommissar nach.

Seehofer - ein "Populist light"

Einen Seitenhieb bekommt auch Alt-Kanzler Gerhard Schröder ab: "So wie Gerhard Schröder jetzt Tengelmann und Kaiser’s retten soll. Hat ja auch Zeit. North Stream 2 wird nicht gebaut und die Frau ist schon weg." Und auch über Arbeitsministerin Andrea Nahles und CSU-Chef Seehofer macht sich CDU-Mann Oettinger lustig. Deutschland gehe es zu gut, sagte er. "Und wem es zu gut geht, der hat Flausen im Kopf. Der führt die Rente mit 63 ein, schafft die Mütterrente". Seehofer ist für ihn ein "Populist light". Wenn die Verdopplung der Mütterrente kommen sollte, "dann sagt Nahles, dann wird die Rente mit 62 eingeführt", witzelte Oettinger.

Ihn stört die ganze "deutsche Tagesordnung". Was er damit meint, erklärt er so: "Die deutsche Tagesordnung mit Mütterrente, Mindestrente, Rente mit 63, Betreuungsgeld, der komischen Maut, die aber nicht kommen wird, bald noch mit der Pflicht-Homoehe, wenn sie eingeführt wird". Das alles genüge seiner "Erwartung an deutsche Verantwortung in keiner Form", heißt es am Ende des Videos.

Beim Publikum soll die Rede größtenteils gut angekommen sein. Laut Marquardt waren zwar einige Gäste über Oettingers Aussagen empört, die Mehrheit habe aber gelacht. Marquardt sagte, er sei nach der Rede zu Oettinger gegangen. Er habe ihm für den "erfrischenden Rassismus" gedankt. Der EU-Kommissar habe aber gar nicht verstanden, was er gemeint hatte, sagte er.

In den sozialen Netzwerken lösten Oettingers Scherze Spott und Ärger aus. Viele Nutzer warfen ihm Rassismus vor. Kritik kam auch aus der Politik: "Seine Herabwürdigungen gegenüber Frauen, Chinesen und Homosexuellen sollte Oettinger schleunigst wieder einsammeln", twitterte Volker Beck von den Grünen. Der Linke-Abgeordnete Niema Movassat nannte Oettinger einen Rassisten und Sexisten. "So jemand sollte nicht aufsteigen, sondern aufhören", schrieb er mit Blick auf Oettingers neues Amt.

Quelle: ntv.de, hul

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