Politik

Kritik an Verbindung zu Erdoğan Özdemir ist gegen türkische Imame

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Özdemir findet, Imame sollten nur noch in Deutschland ausgebildet werden, ohne Verbindung zur türkischen Regierung.

(Foto: picture alliance / Michael Kappe)

Grünen-Chef Özdemir wettert schon lange gegen den türkischen Moscheen-Dachverband. Denn Imame sollten seiner Meinung nach aus Deutschland kommen. Er fordert außerdem eine bessere Kooperation, um gegen den "Diktator" aus Ankara vorzugehen.

Der Grünen-Parteichef Cem Özdemir ist ein leidenschaftlicher Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan - und sieht ein großes Problem in den Imamen, die in Deutschland tätig sind. Denn viele von ihnen werden vom türkischen Staat entsandt und bezahlt. Das soll nicht so weitergehen, forderte Özdemir bei einer Veranstaltung der "Zeit" in Hamburg.

"Ich will nicht, dass ein Herr Erdoğan in die Schulklassen hineinregiert", zitiert ihn die "Hamburger Morgenpost". Damit meint er vor allem den Dachverband Ditib, in dem viele Moscheen in Deutschland organisiert sind.  Ditib untersteht dem Religionsministerium der Türkei, Vorsitzender ist immer ein türkischer Botschaftsrat.

Özdemir wolle nicht mit einer Organisation verhandeln, "die im Prinzip aus Papageien besteht, die nachbeten, was ihnen Ankara vorher sagt." Schon des Öfteren hatte er den Verband scharf kritisiert. Seiner Ansicht nach sollten die bislang von der Türkei geschickten und bezahlten Imame in Deutschland nur noch aus der Bundesrepublik stammen und auch hier ausgebildet werden.

Der "Diktator aus Ankara"

Özdemir fordert ein koordiniertes europäisches Vorgehen, "damit uns der Diktator aus Ankara nicht gegeneinander ausspielen kann". Dem "Handelsblatt" sagt er: "Ankara ist gegenwärtig unter Erdoğan und der AKP dabei, den letzten Rest an Ansehen und Respekt in Europa gründlich zu verspielen." Eine sofortige Konsequenz müsse der Rückzug der Bundeswehr-Soldaten aus der Türkei sein.

Der "Welt" sagte Özdemir, Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in der EU sollten von der Einhaltung demokratischer Regeln in der Türkei abhängig gemacht werden. "Die EU sollte einfordern, dass Erdoğan in der Türkei eine faire und demokratische Wahl zulässt, wenn er oder seine Leute hier reden wollen." Trotzdem fordert er zunächst eine generelle Auftrittserlaubnis für türkische Politiker in der EU - damit diese nicht "als Märtyrer nach Hause gehen".

Quelle: n-tv.de, vni/rts

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