Politik

Kreml-Insider über "Arche Noah" Putin lässt angeblich Fluchtplan ausarbeiten

Hinter den Kulissen hält die Kreml-Spitze offenbar eine Niederlage in der Ukraine und einen Sturz Putins für möglich. Ein Ex-Redenschreiber des russischen Präsidenten berichtet über Vorbereitungen, die gesamte Machtclique ins Exil nach Venezuela zu bringen.

Während sich der russische Präsident Wladimir Putin seit dem Überfall auf die Ukraine öffentlich siegesgewiss gibt, arbeiten Vertraute wohl bereits einen Fluchtplan für den Fall einer Niederlage aus. Das verriet ein ehemaliger Redenschreiber des Kremlchefs auf seinem Telegram-Kanal, wie das Magazin "Newsweek" berichtete. Abbas Galljamow, der auch als politischer Analyst arbeitet, berief sich demnach auf eine vertrauenswürdige Quelle. Die habe ihm mitgeteilt, dass der Kreml seit dem Frühjahr einen Backup-Plan entwickelt habe, der greifen soll, wenn der Krieg verloren geht. Darin sei die Flucht Putins und seines innersten Führungszirkels nach Venezuela vorgesehen.

"Normalerweise erzähle ich keine Insidergeschichten nach, aber heute mache ich eine Ausnahme. Erstens vertraue ich der Quelle zu sehr, und zweitens sind die Informationen sehr saftig", schrieb Galljamow laut Bericht. Inoffiziell werde das Projekt "Arche Noah" genannt. Argentinien und Venezuela gehören angeblich derzeit zu den Top-Optionen für Putins Flucht, aber China wurde in der Anfangsphase der Gespräche ebenfalls in Betracht gezogen.

"Rosneft-Vize trifft Vorbereitungen vor Ort"

"Wie der Name Arche Noah andeutet, geht es darum, neue Länder zu finden, in die sie gehen können, falls es in ihrem Heimatland völlig ungemütlich wird", schrieb Galljamow auf Telegram weiter und zog als Fazit: "Das Gefolge des Anführers schließt nicht aus, dass er den Krieg verliert, die Macht verliert und dringend irgendwo evakuiert werden muss."

Putins früherer Redenschreiber, der laut dem Magazin seit 2018 im Exil in Israel lebt, nannte noch weitere konkrete Details: Seine Quelle habe ihm mitgeteilt, dass Yury Kurilin, Vizepräsident und Stabschef des russischen Energieunternehmens Rosneft, "der Mann vor Ort" sei, der alle Vorkehrungen für die Evakuierung der Kremlspitze nach Venezuela treffe. Leider wisse seine Quelle keine weiteren Details, schrieb Galljamow weiter und fügte spöttisch hinzu: Wenn sie in Russland sagten, dass alles nach Plan liefe, müsse man klären, welcher Plan gemeint sei. "Sie scheinen mehr als einen Plan zu haben." Eine Anfrage von "Newsweek" nach dem Exit-Plan wollte das russische Außenministerium bislang nicht kommentieren.

Quelle: ntv.de, mau

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